CAD Modell Bogendeckung
Im Frühling 2011 bekam ich mit einigen Freunden die Möglichkeit, die westliche Bogendeckung zu dokumentieren. Das Projektierungsdatum und die Bezeichnung des Bauwerks muss ich nicht mehr schuldig bleiben,
Datum: 1958, Bezeichnung: Objekt 51/58 E-963.
Allerdings ist die Zweckbestimmung dieser Bogendeckung im Zusammenhang mit den Systemen R-5M unhaltbar, da das Baudatum, wenn man dem Bild des Corona-Satelliten folgt, um 1965 liegen dürfte. [1] Es gibt zwar verschiedene Denkansätze zur Verwendung für nachfolgende Systeme der RA der Division, eine Nutzung für die Systeme R-5M und R-12 kann aber zumindest für dieses Bauwerk ausgeschlossen werden.
Szabolcs Kizmus fertigte aus den Daten der Vermessung dieses CAD Modell. Es gibt im Vergleich zur östlichen Bogendeckung einige Unterschiede. So sind z.B. die Innenwände nicht glatt, sondern haben die bekannte "Rippen" Struktur. Durch die Möglichkeit zur Dokumentation beider Bogendeckungen liegen mir Messdaten vor, die aufzeigen, dass beide Bauwerke in ihren Abmaßen und der Raumaufteilung gleich sind.
Länge: ca. 97.4 m
Breite: ca. 10.7 m
Höhe: ca. 5.40 m
Im Inneren:
3 große Räume (Saale) unterschiedlicher Länge. Dem folgend ein Trakt mit Mittelgang mit einer Vielzahl von unterschiedlich großen Räumen mit erkennbaren technologischen Funktionen. Zum Ende hin ein Doppelflügeltor mit Schlupftür, gefolgt von einem Zwischenraum mit Zugängen zu den Luftmischkammern und dem Außentor.
Ich danke allen fleißigen Vermessungshelfern, dem Licht Besorger, dem Genehmigungserteiler und natürlich dem CAD-Modellfertiger Szabolcs Kizmus!
Anfang April 2023 bot sich Dank der Unterstützung durch das Team "Untergrund-Brandenburg" die Möglichkeit, die Bogendeckung auf Grundlage der aus 2011 vorliegenden Messdaten und dem CAD Modell als 3-D Druck fertigen zu lassen. Mit Blick auf mögliche anschließende Modellarbeiten an der Bogendeckung (zb. Bewaldung) wurde der Maßstab 1:87 (HO) gewählt. Somit ergibt sich eine Modellgröße/fläche von ca. 110cm x 17cm (im Bereich der Rundbögen) bzw. x 15cm (am Anbau).
Damit Strukturen und Elemente der Deckung im Druck umsetzbar bleiben, wurde das Modell in sechs Segmente unterteilt. Nun gibt es für die kalte Jahreszeit verschiedene Denkansätze zur Art und Form der äußeren Gestaltung. Durch den Maßstab 1:87 ist vieles in realistischer Reichweite. Fortschritte werden hier dokumentiert ...
Arbeitsschritt 1:
Schnell beschlossen war es, den Teil der Bogendeckung im Bereich der technologischen Räume offen zulassen und nur den vorderen Bereich der Säle Richtung gedeckter Zuführung und Rampe teilweise zu schließen und mit "Waldboden", "Bewuchs" und Blitzableitern zu versehen. Eben wie im Original. Der Blick in das Innere der Bogendeckung erhöht somit den Anspruch an Originalität. Denn hier sind Farbtöne gefordert, die möglichst dem Original entsprechen. Kleine Abweichungen seien verziehen. Erste Versuche mit zahlreichen Revell und Tamiya Farben sind schon gescheitert. Anhand von Farbsplittern wird nun eine Diagnose für die Abmischung anstrebt.
Seit Februar 2024 geht es Stück für Stück ohne nervigen Termindruck weiter. Diese Arbeitsweise entspannt und lässt Raum für Ideen und auch Fehler.
Die Sondierung und Prüfung verfügbarer Materialien war abgeschlossen und wie im letzten Beitrag gezeigt, wurden die Grundlagen für das Aufbringen der halbseitigen "Erdüberdeckung" geschaffen. Erneut war eine Recherche in der Welt der Modellbauer und "Bastler" notwendig. Diesmal mit Werbung!
Weiterhin wurde die Fläche vor dem Anbau "betoniert". Parallel wurden bereits Materialien (Klinkerreliefwände, Dachpappenbögen) für die nächsten Arbeitsschritte gesucht, gefunden, gekauft, wieder verworfen und neu besorgt. Eine Schwierigkeit lag zb darin, wie zukünftig die "Glasbausteine" der beiden Fenster im Anbau dargestellt werden könnten?
Arbeitsschritt 6:
Der Camouflage-Effekt am Anbau und am hinteren Zugang wurde durch tupfen imitiert. Ob's gelungen ist den ursprünglichen Zustand zu treffen wird der Betrachter entscheiden dürfen.
Die Installation der Rohrkonstruktionen und die Kabelstränge der Beleuchtung sollten aktuell den vorläufigen Stand darstellen. Grundsätzlich ist die Bogendeckung nun an dem Punkt, wo sich die Frage stellt welcher Zustand erreicht werden soll? 1959 oder 2011? Wir überlegen noch...
Vielen Dank an 'UE Photography' für die Dokumentation
Detailgrafik zum Spaltmaß an den Toren der Stirnseiten. Dieses Spaltmaß resultiert zum einen aus der Konstruktion der Torscharniere (u.a. "aufschwingen"), da es sich bei dem Bauwerk um ein Typenprojekt handelt, welches in jeder denkbaren Klimaregion gebaut wurde und daher auch Klimaschwankungen unterworfen sein kann und zum anderen war eine Hermetisierung, welche ohne größeren Aufwand realisierbar gewesen wäre, nicht gewollt bzw. notwendig.
(Quelle: Team + Archiv heimatgalerie, Szabolcs Kizmus, B. Pohler)
Rückbau & Entsiegelung
Der unvermeidbare Entschluss zur Entsiegelung der Flächen der Garnison begann im Januar 2004 mit dem Baufeld (BF) 01 im Norden. Wie kam es schlussendlich zu dieser Maßnahme?
Dazu die Entstehungsgeschichte der 'Konversion in Brandenburg' durch Hr. Hennen (Auszug, ARGE KONVER, fokus-net). Unsere Darstellung im Anschluss...
Gesamte Darstellung als PDF. [16] ...
"Ausgangslage
Von den insgesamt fünf Armeen der Westgruppe der sowjetischen Truppen (WGT) auf dem Gebiet der früheren DDR waren zwei in Brandenburg stationiert. Unter Hinzurechnung der Flächen der bewaffneten Organe der ehemaligen DDR wurden im Land Brandenburg rund 235.000 Hektar rein militärisch genutzt, was circa 8 Prozent der Landesfläche entsprach. Im Vergleich waren die Militärflächen Brandenburgs so groß wie das gesamte Saarland. Der Abrüstungsprozess in Brandenburg war wegen seiner Ausmaße und seiner Dynamik mit viel einschneidenderen Konsequenzen verbunden als die Demilitarisierungsmaßnahmen in den alten Bundesländern. Allein der Kreis Teltow-Fläming verfügte über mehr als 37.000 Hektar Konversionsflächen – das entsprach fast 18 Prozent der Kreisfläche. Doch auch der quantitativ am geringsten von der Abrüstung betroffene Kreis Oberspreewald-Lausitz hatte rund 1.200 Hektar an vormals militärisch genutzten Flächen. Erschwerend war in den neuen Bundesländern insgesamt der Umstand, dass die Konversion gleichzeitig mit dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch und dem Übergang zu einer völlig neuen Gesellschaftsordnung mit neu aufzubauenden Strukturen einherging. Da in den Kommunen noch keinerlei Erfahrungen damit vorlagen, wurden häufig unkonventionelle und unbürokratisch neue Wege beschritten, um die Konversion voranzubringen. Auch auf den Landesebenen mussten zunächst Strukturen und konzeptionelle Grundlagen für die Konversion erarbeitet werden.
Ziele, Mittel, Träger der Konversion
Brandenburg hatte ab November 1990 einen Bevollmächtigten des Ministerpräsidenten für die Westgruppe der Streitkräfte und für den Bereich Konversion. Es erwies sich als sehr vorteilhaft, dass der Bevollmächtigte Dr. Helmut Domke kurze Entscheidungswege, direkten Zugang zum Ministerpräsidenten und unbürokratische Herangehensweisen zum Aufbau geeigneter Strukturen zur Bewältigung der Konversion nutzen konnte Roland Vogt leitete von 1990 bis 1994 seinen Arbeitsstab und wechselte 1994 als Referatsleiter „Konversion“ ins heutige Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg (MWAE). Damit wurde auch die noch heute fortbestehende Zuständigkeit des MWAE für den Themenbereich Konversion begründet. Davon ausgenommen war und ist die Zuständigkeit für das WGT-Vermögen. Das dafür zuständige heutige Ministerium der Finanzen und für Europa des Landes Brandenburg (MdFE) beauftragt seit deren Gründung im Jahr 1994 die bereits genannte Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung mbH (BBG) und auch nach deren Privatisierung mit Folgeaufträgen der Verwaltung, Entwicklung und Vermarktung der WGT-Flächen. Querschnittsaufgabe Konversion Insbesondere im Hinblick auf fördertechnisch relevante Vor- und Zwischenfinanzierungen konnten professionell zahlreiche Projekte realisiert werden, die sonst mangels erforderlicher Eigenanteile wesentlich später oder gar nicht zustande gekommen wären. Auch in Brüssel hatte man die Bedeutung der Konversionsaufgaben erkannt. Um Erfahrungen zu gewinnen, wurden die Altkreise Jüterbog und Neuruppin in die ersten, von der Europäischen Union (EU) aus dem Strukturfonds (EFRE) geförderten Projekte im Rahmen der Sondermaßnahme PERIFRA I und II 1991-1994 aufgenommen. Dadurch konnten Bestand, Dimension und Potenziale der Militäranlagen unter stadt- und regionalplanerischen Aspekten erfasst werden. Erste praktische Maßnahmen zur zivilen Nachnutzung wurden eingeleitet und auch die ersten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) auf Konversionsflächen umgesetzt. Durch die gewonnenen Erfahrungen wurde in der Europäischen Union gefolgert, dass Konversion eine Querschnittsaufgabe ist, die nicht im Rahmen anderer Strukturförderprogramme der EU, sondern nur mit eigens dafür aufgelegten Programmen langfristig zu lösen ist. Es ging damals darum, die anstehenden Konversionsaufgaben aktiv zur Überwindung gravierender Defizite in der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik einzubinden. Im Land Brandenburg wurde die Querschnittsaufgabe Konversion präzisiert. Es ging um wirtschaftsfördernde Maßnahmen zur Schaffung, Qualifizierung und Sicherung von Arbeitsplätzen, städtebauliche Maßnahmen zur Reaktivierung von städtebaulich relevanten Brachflächen, vom Land geförderte Darlehen zur Schaffung von Wohnraum, zur Etablierung der zivilen Luftfahrt auf Konversionsflächen zum Ausbau des Luftverkehrsstandortes Brandenburg sowie um bildungspolitische Maßnahmen an Schulen und Hochschulen. Außerdem ging es um Investitionen des Landes für öffentliche Einrichtungen, um Natur- und Landschaftsschutz zur Sicherung von Naturlandschaften, um Forstwirtschaft sowie um Altlastenerkundung und -beseitigung von Boden- und Grundwasserbelastungen und Kampfmittelerkundung, -zonierung und -beseitigung. Als der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl im Februar 1993 die kostenlose Übernahme der vom Bund nicht mehr benötigten früheren WGT-Flächen inklusive aller Rechte und Pflichten des Eigentümers anbot, ging Brandenburg neben Sachsen und Thüringen darauf ein und übernahm von 1994 bis 1998 rund 100.000 Hektar dieser Areale. Es handelte sich dabei um 83 Kasernenkomplexe, 89 Wohngebiete, 19 Flugplätze und 45 Truppenübungs- und Schießplätze. Durch die damals bereits bekannten Restriktionen, Altlasten etc. war dies gewiss kein leichtes Erbe, versetzte Brandenburg aber erst in die Lage zur strategischen und operativen Steuerung des Konversionsprozesses im Sinne der Landesplanung. In der Frage zur Eignung von Konversionsliegenschaften für eine zivile Nachnutzung ging es zunächst um deren räumliche Einordnung. Planungsrechtlich teilten sich die ab 1994 vom Land übernommenen WGT-Flächen nach Standorten im Innenbereich, am Siedlungsrand und im Außenbereich auf. Zum Innenbereich gehören Kasernenstandorte in Stadtzentren und Innenstädten, im Land Brandenburg insgesamt anteilig einem Prozent an den Gesamtkonversionsflächen. Standorte am Siedlungsrand sind vor allem wegen des üblich großen Flächenbedarfs in der Regel nicht vollständig in die vorhandene Siedlungsstruktur integriert. Sie machen etwa 10 Prozent der Konversionsflächen in Brandenburg aus. Die Standorte im Außenbereich, überwiegend Forstflächen, nehmen im Land Brandenburg mit 89 Prozent den weitaus größten Flächenanteil an Konversionsflächen ein. Sie sind nicht an Siedlungsgebiete angebunden. Die Konversion wurde als „zentrale landespolitische Gestaltungsaufgabe (…) und vorrangiges Problem der strukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Brandenburg“ definiert und die Ziele im Gesetz über die Verwertung der Liegenschaften der WGT (WGT-LVG) festgelegt."
Mit viel Enthusiasmus wurde versucht, das Gelände einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Zunächst mit der multikulturellen Eurodorfkonzeption der PCI Ökommerz, mit der Unterbringung von sozialen Randgruppen (Asylbewerber, Volksdeutsche und soziale Randgruppen), [17] der „EUROKON“ und schließlich gefolgt von der Idee zum „Lebenspark“ der Fa. AQUA.
Es gelang der „EUROKON“, sich für kurze Zeit zu behaupten und die anfängliche Euphorie auf die dort beschäftigten Frauen und Männer zu übertragen. Eine Berliner Spedition war bereit, sich niederzulassen und das Gelände als „Betriebsstätte zur Sanierung kontaminierten Bodenmaterials“ zu nutzen. Zahlreiche Zeitungsartikel, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch das Stadtarchiv Zehdenick, zeugen von den Bemühungen einer sinnvollen und nachhaltigen Nachnutzung der städtebaulichen Nutzungsflächen auf dem Gelände der ehemaligen Garnison.
Eine zivile Nachnutzung der Liegenschaft wurde am 06.03.1992 in einem Schreiben an die Oberfinanzdirektion Cottbus sowohl von Seiten des Umweltamtes als auch von Seiten des Amtes für Wirtschaftsförderung als sehr problematisch eingeschätzt. Erstmals wurde über eine Renaturierung und Aufforstung nachgedacht. Wobei die Finanzierung dieser Maßnahmen völlig unklar war. [17] Auch eine öffentlich angesetzte Ausschreibung am 28.06.1992 über alle Teile der Liegenschaft inklusive des Ausbildungszentrums (ugs. TÜP) brachte nicht den erhofften Erfolg. Zwar lag seitens der Fa. PCI Ökommerz ein Kaufangebot vor, jedoch waren die unbebauten Flächen des Ausbildungszentrums (Schieß- und Truppenübungsplatzes) wie vor 1945 als Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt worden und daher aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes nicht nutzbar. Das Land Brandenburg hatte hier seine Vorrangstellung zur Erfüllung von Naturschutzaufgaben genutzt. Hinzu kam, dass ein Raumordnungsverfahren fehlte und starke Randeffekte auf die Stadt Zehdenick in Fragen der Siedlungsentwicklung zu befürchten waren. [17]
Durch das "Amt Gemeinde Zehdenick" erging am 14.07.1999 in einer "Nutzungs- und Potenzialanlayse", der Auftrag, betreut durch die Fa. E. Basler+Partner GmbH, zum "Wettbewerb zur Ideenfindung für die Entwicklung und Nachnutzung des ehemaligen WGT-TÜP und Kaserne Vogelsang". Hierbei waren besonders die Projekte der EUROKON GmbH und AQUA GmbH angesprochen. [22]
Eine Chronologie der Nachnutzungsideen:
- EUROKON, Projekt "Künstlerdorf" (1992)
- 'Berliner Spedition' Projekt "Betriebsstätte zur Sanierung von konterminiertem Bodenmaterials" (1993)
- PCI Ökommerz GmbH, Projekt "Eurodorf" (Ende 1994)
- AQUA GmbH, Projekt "Lebenspark" (1995)
- Ideenwettbewerb Nachnutzung (1999)
Eine vorteilhafte und zugleich unabdingbare Eigenschaft (DEZENTRAL) von Militärobjekten sorgte u. a. für das endgültige Scheitern aller Ideen. Hinzu kam, dass das Gelände einfach zu groß war, um eine Gesamtnutzung zu erreichen. Für Investoren und Nutzer ein unüberwindbares Hindernis. Als letzte Konsequenz blieb nur die Konversion.
Es begann ein neues Kapitel: „die Renaturierung“.
Ende des Jahres 2003 wurde das Gelände zum „Kompensationsprojekt, Ersatzmaßnahme für Flächenversiegelung in Verbindung mit dem 6-spurigen Ausbau der A24/A10 AD Schwanebeck, AD Havelland und AS Neuruppin“. [18] Der Standort wurde ab 2003 in vier Bauabschnitte (BA) unterteilt und eine Rückbauphase von ca. vier Jahren prognostiziert, die später bis 2011 verlängert wurde. Ziel dieser Maßnahme war der Abriss und die Renaturierung, begleitet durch die BBG, der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde. Parallel dazu sollten verschiedene Tierschutzmaßnahmen integriert werden (Nistkästen, Fledermausquartiere etc.). Derzeit laufen Entsiegelungsmaßnahmen als Ausgleichsmaßnahmen für den 3-spurigen Ausbau des nördlichen Abschnittes der A10. Während erste Abrissmaßnahmen in den Baufeldern I und II noch durch ABM Kräfte unterstützt wurden und im BF III 12 Häuser mit großer Sorgfalt zum Zwecke der Gewinnung von Handstrichziegeln abgerissen wurden, erfolgte in den nachfolgenden Bauabschnitten wieder die konventionellen Maßnahmen. [19, 20]
Am aktuellen Stand der Rückbaumaßnahmen wird deutlich, dass die Rückbauphase heute nicht da ist, wo sie laut Plan hätte sein sollen. Es sei den Planern verziehen. Ein Grund für den Verzug (schon der 1. BA wurde in der Rückbauphase geteilt, gleiches gilt für BA III und IV), könnte zum einen das unerwartet hohe Aufkommen an Fundmunition und die starke Kontamination mit Schwerölen und Kraftstoffen gewesen sein, wodurch es absehbar war, dass das anfallende Recyclinggut die bereitgestellten Mittel übertreffen würde. Die gebotenen Möglichkeiten, Hausmüll gegen Gebühr (10,-DM je m³) auf eine der drei Müllkippen des Kreises zu entsorgen, wurde durch die Streitkräfte wenig genutzt. Außerdem waren die erfassten Geländebereiche nicht genau definiert. Verschiedene Gutachten geben unterschiedliche Zahlen beim Rückbauvolumen und der versiegelten Fläche an. Letztlich hilft nur ein Blick in die „Projektübersicht 10 Jahre Rückbau“ [19].
Folgende Zahlen gelten bis 2012 als verbindlich:
- 716.000 m³ „umbauter Raum“ und 260.000 m² „entsiegelte Fläche“
- Bisherige Kosten (Stand 06/2012) für den Rückbau: ca. 5,7 Mio.
Ein Beispiel: die Rückbaumaßnahme/BF I („MS 12B“/Nordöstlicher Bereich der Garnison). Entsiegelung: 01/2004 bis 07/2004, Fläche: 49.300 m², umbauter Raum: 130.000 m³ (Rückbauvolumen: 105.000 m³), Kosten: 1.311.542,95 €, Baumischabfall: 226 t, Kohleteer: 38 t, Dämmmaterial: 11 t, Ziegelschutt: 12.315 t, Erdtanks: Fünf, sowie zahlreiche Munitionsfunde (u. a. 40 Panzerminen) [21].
Auch die Anzahl der Gebäude wurden sehr unterschiedlich angegeben. Diese schwanken zwischen 350 und 550.
Bilder aus verschiedenen Epochen des Rückbaus auf dem Gelände in den verschiedenen Städtchen. Die bekannten Pläne unterstützen die Orientierung auf dem Gelände.
Karte # 1 zeigt den Stand der Rückbaumaßnahmen im Militärstädtchen N° 13
Karte # 2 und # 3 zeigt das Militärstädtchen N° 12.
(Quellen: [16] M. Hennen, Bruckbauer & Hennen GmbH / ARGE KONVER; [17] BLHA Rep. 1700 Nr. 53; [18] Stadtarchiv der Stadt Zehdenick; [19] Abschlussbericht 2014 Konversionsfläche Garnison Vogelsang, Stadt Zehdenick; [20] Hr. Franke, Bauleiter Fa. delpiCon GmbH; [21] Rückbauprotokoll Baufeld I - Fa. delpiCon GmbH, [Bilder: D. Schulz, Guido, Philipp Hultsch]); [22] BLHA 1700 MW 59
Wir haben unsere Sichtweisen aus den letzten Jahren sortiert. Beginnend mit 'Ansichten' der Garnison, gefolgt von Retrospektiven ohne Trennung der Militärstädtchen. Es folgt das Tanklager I Kurtschlag. Den Glanzpunkt unserer Sammlung bilden die wertvollen Bilder aus 1991/92 zu den ehemaligen Brücken von der Garnison zum Ausbildungs- und Übungszentrum. Diese seltenen Aufnahmen zeigen auch die Fülle der Hinterlassenschaften auf dem ÜZ. Bei der Auswahl der Bilder haben wir Umsicht und Vernunft walten lassen.
Alle Bauten am Tanklager I (Militärstädtchen Nr. 1) entlang der L215 Richtung Kurtschlag waren 2012 komplett rückgebaut. Gleiches gilt auch für den Gleisstrang vom Bahnhof Vogelsang kommend Richtung FP Gross-Dölln mit dem 2. Abzweig am Tanklager II, zumindest was den Rohstoff STAHL betrifft. Alles nicht verwehrtbare (Schotter, Holz- und Betonschwellen) lag 2012 im Wald verstreut. Bisher ist auch in öffentlichen Stellen unklar warum der Gleistrang 2012 demontiert wurde.
Die Aufnahmen wurden zur Verfügung gestellt vom Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft e.V.
Für die offene und unkomplizierte Zusammenarbeit bedanken wir uns sehr herzlich. Schön wenn Unterstützung so einfach sein darf!

Projekt InfoTafel
Informationstafel – Garnison Vogelsang
Das es möglich und wichtig ist, an historischen Brennpunkten der Deutschen Geschichte Erinnerungen in geeigneter Form zu installieren, hatte das Projekt die Info-Tafel am Objekt Lychen II gezeigt. Es hat aber auch gezeigt, dass in dieser Gesellschaft mit den zuständigen Behörden und Ämtern durchaus Verständnis und Unterstützung für diese Form der Erinnerung vorhanden ist. Wenn dies auch nicht umgehend bzw. im ersten Schritt geschah, so war das Ergebnis umso erfreulicher. Mit der Genehmigung durch den Landkreis Oberhavel wurde ein Richtiges und wichtiges Zeichen im Umgang mit unserer jüngeren deutschen Geschichte gesetzt. Seit nunmehr 2.5 Jahren steht die Tafel unbeschadet an ihrem Platz und erfüllt hoffentlich ihren Zweck, Informieren.
Mit Blick auf die nun fortschreitenden und endgültigen Rückbaumaßnahmen auf dem Gelände der ehemaligen Garnison Vogelsang und dem 25. Jahrestag des Abzugs der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland bin ich fest davon überzeugt, dass auch Vogelsang mit seiner Geschichte diese Art der Aufmerksamkeit verdient.
Die Garnison prägte mit ihren Flächen, dem Stellenwert und Strukturen in den Streitkräften des Warschauer Vertrags fast 45 Jahre die Entwicklung der gesamten Gegend im Landkreis Oberhavel. Nicht zuletzt muss/sollte in der Erinnerung auch die Maßnahmen der Verlegung der Systeme R-5M außerhalb der sowjetischen Landesgrenze Berücksichtigung finden. Diese Informationstafel soll zukünftig helfen, einen kurzen Überblick zur Geschichte der Garnison und deren Zweckbestimmung zu geben. Allumfänglich ist dies aufgrund der Platzverhältnisse natürlich nicht möglich, hinzu kommt das für die Forschung derzeit nur ein begrenzter Blick auf die Geschichte im Bereich der Archive möglich ist. Die der deutschen Seiten sind weitestgehend gesichtet.
Dennoch legten wir großen Wert darauf, Die Geschichte in neutraler Form für Interessierte zu erläutern. Mit dieser Tafel soll bewusst verhindert werden, dass eines der wichtigsten Militärobjekte zwischen den Zeilen der Geschichte verschwindet. In der Zeit des Kalten Krieges und der stetig wachsenden Kräfteverhältnisse galt dieses Objekt mit seinen Verbänden und seiner letzten Zweckbestimmung als Operative Manövergruppe der Front als Garant für die Sicherung des Friedens.
Nun möchte ich gerne dieser Historie Rechnung tragen und gleich dem Projekt in Lychen II auch in Vogelsang eine Informationstafel installieren. Seit vielen Jahren ist es einem kleinen Kreis von Militärhistorikern und Hobbyforschern gelungen, gesicherte und belastbare historische Hintergründe und Informationen zu diesem Standort aufzuarbeiten. Unabdingbare Hilfe leisteten die vielen Zeitzeugen und ehemaligen Offizieren, Berufskader und/oder Wehrpflichtigen, die bereit waren, sich der Thematik zu öffnen. So konnten bestehende Forschungsergebnisse für diese Tafel verdichtet und zur Verfügung gestellt. Dafür sage ich hochachtungsvoll, Danke!
Am 30.08. 2019 erfolgte die offizielle Übergabe der Informationstafel zur Geschichte der ehemaligen Garnison im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Zehdenick und anderen Trägern des Landkreis Oberhavel.
Bedanken möchte ich mich bei den vielen Unterstützern und Förderern, die mit mir zusammen dafür gesorgt haben, dass dieses Projekt auch finanziell realisiert werden kann. Mein besonderer Dank gilt den zahlreichen Unterstützern und Befürwortern, ohne sie wäre das Projekt, vor allem finanziell, nicht realisierbar gewesen:
Hr. K.- P. Bittner, Hr. T. Fischer, Hr. T. Fröhlich, Fr. D. Mainz & Hr. D. Scholz, Untergrund-Brandenburg (Hr. Meinke), Hr. Benndorf, Anneliese und das Museum Berlin-Karlshorst
Mein besonderer Dank gilt Herrn P. Rentsch für die Militärhistorische Beratung, der Stadt Zehdenick für das Genehmigungsverfahren und Herrn Dr. Morré vom Museum Berlin-Karlshorst für ihre unbürokratische und flexible Unterstützung, sowie S. Tonat (Layout), Fa. Hruby (Grafik u. Fertigung) und Fa. Schmidt (Zimmerei) für ihre schnelle Umsetzung meiner Vorstellungen. Es zeigte sich abermals wie wichtig verlässliche Partner sind.
Der mit der Stadt Zehdenick abgestimmte Platz der Installation in der Burgwaller Straße in Vogelsang Anfang August 2019.
Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet über die Aufstellung
Leider wurde die Informationstafel schon nach nur wenigen Tagen von Unbekannte Personen zwei Mal beschädigt! Dies zeigt abermals, wie es mit dem Umgang unserer Geschichte in Deutschland bestellt ist. Der oder die Verursacher mögen mit ihrem Veto zum Betretungsverbot Recht haben. Aber wer der Deutschen Sprache mächtig ist, einen Computer oder Telefon besitzt, nimmt mit mir Kontakt auf und erläutert seinen Einwand.
Als kleine Lehrstunde sei gesagt, dass die Heimatgalerie rechtlich überhaupt nicht befugt ist, Betretungsverbote auszusprechen, weder verbal, noch in Form von Schildern. Dies ist Aufgabe der BBG oder des Landkreises/Land Brandenburg! Es ist sogar untersagt, Flächen von denen eine Gefahr ausgeht, im Vorfeld mit einem Verbot zu belegen. Dies darf nur unmittelbar geschehen. Gefühltes Halbwissen ist hier sehr gefährlich.
Wieder berichtet die MAZ, diesmal leider über die Sachbeschädigung
Auf Grund der wiederholten Sachbeschädigungen an der Informationstafel zwischen Juli und Oktober 2019 wurde in einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde Vogelsang (in Personalie der Ortsvorsteher) und Vertretern der Stadtverwaltung Zehdenick ein neuer Aufstellort für die Informationstafel beraten, gefunden und beiderseitig genehmigt. ALLE anwesenden Personen waren mit dem neuen Aufstellort einverstanden! Von nun an sollte die Tafel direkt an der Durchgangsstraße B109, auf der linken Seite (Richtung Zehdenick) der einzigen Kreuzung in Vogelsang stehen.
Anfang Juni 2020 bot sich dem Betrachter dieses traurige Bild. Ich, sowie alle Beteiligten und Unterstützer dieser privaten Initiative verurteilen diese Sachbeschädigung an privatem Eigentum auf das äußerste! Zumal der neue Standort als Resultat gemeinsamer Bemühungen und Absprachen mit dem Ortsvorsteher der Gemeinde Vogelsang, Anwohner der Burgwaller Straße und den Vertretern der Stadtverwaltung Zehdenick, in Absprache mit dem Bürgermeister der Stadt Zehdenick, als Zukunftssicher galt. Äußerst bedenklich scheint die Tatsache das es im Ort keine Augen- und Ohrenzeugen gab. Der oder die Täter mögen sich bitte auch Gedanken um den finanziellen Schaden machen, der im privatem Bereich liegt.
Angesichts der Tatsache das der Stadt Zehdenick als Eigentümer der Flächen im Ortsteil Vogelsang die alleinige Entscheidung über deren Nutzung oblieg, wann und wo Hinweise und/oder Informationstafeln installiert werden, wurde auf Kosten der Stadtkasse Zehdenick eine weitere Informationstafel zur Geschichte der Garnison Vogelsang in Auftrag gegeben und diesmal auf der rechten Seite (Richtung Templin) der Kreuzung an der Durchgangsstraße errichtet. Diese Initiative wurde durch den Bürgermeister der Stadt Zehdenick forciert.
Der Artikel in der MOZ zur Einweihung der Tafel
Am 05. September 2020 fand in Vogelsang im Rahmen des Konversionssommers durch den Bürgermeister der Stadt Zehdenick die Einweihung der 2. Informationstafel statt. Die Besucher der 1. Führung konnten diesem Termin beiwohnen.
Knapp vier 4 Wochen waren seit der Einweihung durch den Bürgermeister der Stadt Zehdenick vergangen, als auch diese Tafel (diesmal von der Stadt Zehdenick bezahlt) abermals von 'Unbekannten' entwendet wurde. Diesmal vergriff man sich an dem Eigentum der Stadt Zehdenick. Auch nicht schlecht. Nach jeder Tat stellt sich die Frage, "Cui bono"? Aber - Никто не Забыт Ничто не Забыто -
Als Fazit dieser Form der Unterdrückung des Rechts auf Information (Art 5 und 20 GG) bleibt, dass auch ohne "Informationstafel" der Drang und die Nachfrage zur Garnison Vogelsang ungebrochen bleibt, ja sogar noch gestiegen ist. Diverse SocialMedia Gruppen organisieren seit her sogar Touren über das Gelände. Meinung und Nachfrage lässt sich nunmal nicht unterdrücken und Neid ist die höchste Form der Anerkennung.
Von nun an ist über die Ortsteilseite von Vogelsang die Informationstafel online einsehbar und informiert
(Quellen: Karten: https://bb-viewer.geobasis-bb.de/ )
Zur Geschichte
Die Geschichte der Garnison ...
- Никто не Забыт Ничто не Забыто -
Der Zehdenicker Raum hatte mangels vorhandener Kasernen anfangs keine Bedeutung für die Streitkräfte der UdSSR.
Am 07. März 1949 beginnt mit der Ladung der Landesregierung Brandenburg, Wirtschaftsministerium, Hauptabteilung Land- und Forstwirtschaft,
Abteilung Landesforstamt in die Kommandantur Templin und der anschließenden Bekanntgabe des SMAD-Befehls zur Einrichtung eines Artillerie-Schießplatzes
die erstmalige militärische Nutzung der Waldflächen im ehemaligen Reichsnaturschutzgebiet "Forst Tangersdorf".
Anwesend waren am 07. März 1949 in der Kommandantur Templin:
die Herren Landräte von Templin und Prenzlau
ein Vertreter der ATG Templin
der Landesforstmeister
ein Oberforstmeister als Dolmetscher
der Oberforstmeister Altplacht
der Forstmeister Himmelpfort
der Forstmeister Zehdenick
der Forstmeister Templin
der Forstmeister Lychen
der Kreiskommandant Templin
Major O. der SMA Potsdam
zwei Generale der SMA Karlshorst
Inhalt des Befehls war die Abholzung des Baumbestandes in drei Abteilungen westlich von Tangersdorf, zum Zwecke der Einrichtung eines
Artillerie-Schießplatzes auf 1410 Hektar. Damit beginnt die Geschichte eines der größten und bedeutesten Standorte der GSSD, der Garnison Vogelsang.
Bis zu 800 Forstarbeiter beginnen unter widrigsten Bedingungen und mit einfachsten Arbeitsmitteln- und Geräten mühsam Holzbodenfläche kahl abzutreiben. Zunächst herrscht unter den Forstarbeitern verständlicherweise Unklarheit und Verwunderung, waren sie doch in ihrem Beruf aufgefordert Wald zu pflegen und zu schützen. Nun sollten sie genau Gegenteiliges verrichten. Viel Zeit bleibt den Arbeitern der Forstwirtschaft nicht, denn diese Fläche soll schon am 01. Juni 1949 Einsatzbereit sein. Da offensichtlich die neugeschaffene Fläche den Bedürfnissen der sowjetischen Streitkräfte nicht gerecht wird, ergeht Anfang November 1949 ein weiterer mündlicher Befehl durch die sowjetische Militärverwaltung, die vorhandene Fläche um weitere 1800 Hektar zu erweitern, zu vergrößern. Als endgültiger Termin wird der 31. März 1950 genannt.
Da die Einheiten der sowjetischen Streitkräfte auf dem 1. Teil des Schießplatzes bereits während der aktiven Rodungsarbeiten unangemeldet ihren Übungsschießbetrieb aufnahmen, ergeht am 03. März 1950 vom Kreisforstamt Templin ein Schreiben an die Landesregierung Brandenburg mit dem Hinweis, dass zur Gefahrenabwehr und zum Schutz der Forst- und Waldarbeiter und vor allem aus wirtschaftlichen Gründen es nicht mehr vertretbar sei, den Rodungsbetrieb aufrechtzuerhalten. Durch die Ausfallzeiten der Forst- und Waldarbeiter die zwangsläufig aus Sicherheitsgründen entstehen summieren sich für die Landesregierung die täglichen Kosten für Verpflegung, Transfer und Unterkünfte. Das Kreisforstamt wurde durch den zuständigen Kommandeur in keinem einzigen Fall im Vorfeld über einen bevorstehenden Übungsbetrieb unterrichtet. Daher wirkte sich jede Planung trotz Rücksprachen als Fehlplanung aus. Am 04. März 1950 werden die Rodungsarbeiten auf dem Schießplatz Altplacht/Tangersdorf eingestellt. Die ca. 40.000 festmeter (fm) Nutz- und Brennholz von bereits eingeschlagenen Holz blieben auf dem Gelände liegen. Ohnehin galt es als Grundsatz, dass die Holzbestände auf den Schießplätzen der Besatzungsmacht zustanden.
Offen blieb bisher die Frage, ob die ehemaligen Forst- und Jagdreviere in dieser Gegend nach der Kennzeichnung als Sperrgebiet auch durch einen Militärforstwirtschaftsbetrieb verwaltet wurde. Die zuständigen Förster hatten keinen Zutritt zu "ihren" ehemaligen Revieren. Nach ihren Aussagen wurden diese Gebiete nicht Forstwirtschaftlich gepflegt.
Bis zum 31. Dezember 1949 sind Einschlagkosten i. H. v. 1.260.000,- DM Aktenkundig. [1], [2]
(Quellen:
[1] BLHA Pdm, Rep. 208, 3517; BLHA Rep. 208, 3513; Zeitzeugen; [2] BLHA Pdm, Rep. 258, Oberförsterei Reiersdorf)
Nachfolgend der Gastbeitrag von Herrn P. Keibel als Beteiligter Forstarbeiter am Truppenübungsplatz Tangersdorf
Erinnerungen zur Entstehung des Truppenübungsplatzes „Tangersdorfer Heide 1949" (P. Keibel, Zehdenick 01. Oktober 2014)
"Unter den Bedingungen des „Kalten Krieges“ wurde das Zentralforstamt in Berlin sowie das Landesforstamt in Potsdam durch die SMAD angewiesen, ab Frühjahr 1949 auf dem Gebiet des damaligen Forstamtes Alt-Placht, in den Revieren Beutel, Krams und Tangersdorf, einen Truppenübungsplatz einzurichten. Wenige Jahre nach dem 2. Weltkrieg war es für die Organisatoren dieser Aufgabe eine große Herausforderung, die notwendigen Kräfte dafür bereitzustellen angesichts der großen materiellen Knappheit.
Die Vorgabe der SMAD lautete: Einschlag sämtlicher stehender Holzbestände einschließlich des Abtransportes aller eingeschlagenen Holzmengen bis 1. Mai 1950 zu realisieren. Was bis dahin nicht abtransportiert war, sollte abgebrannt werden.
Der damalige Leiter des Forstamtes Alt-Placht war der Oberforstmeister Hr. G. . Ihm oblag die gesamte Organisation dieses Vorhabens. Zunächst wurde in der damaligen Revierförsterei Beutel die Stabsstelle Org. eingerichtet. Hier sollten alle Meldungen über Mengen des Holzeinschlages und der Holzabfuhr zusammenlaufen. Im Dorf Densow gab es eine forsteigene Immobilie, die als zentrale Rechenstelle eingerichtet wurde. Hier bearbeiteten Sekretärinnen aus den Forstämtern Alt-Placht, Himmelpfort u. Reiersdorf Verlohnungsunterlagen, Holzrechnungen und die übliche Büroarbeit.
Aus eigener Erfahrung weiß ich noch, dass mit dem 15. März 1949 die Überstellung von Waldarbeitern und aller Arbeitsmaterialien, den Dienstpferden des Forstamtes Himmelpfort, sowie dem schon in die Jahre gekommenen Traktors der Marke Deutz begann. In einem Treck bewegten wir uns direkt von Himmelpfort nach Tangersdorf und von dort aus an die einzelnen Arbeitsorte. Die Waldarbeiter (20) saßen damals alle auf dem Anhänger vom Traktor. Als begleitender Förster fuhr ich mit dem Fahrrad.
Im Verlauf des nun beginnenden Arbeitseinsatzes wurden in ganz Brandenburg per Befehl über die Landräte Traktoren LKW und Pferdegespanne nach Alt-Placht beordert. Diese Einheiten hatten dafür zu sorgen, dass der Transport der Waldarbeiter per LKW erfolgte, und Traktoren und Pferdegespanne waren für das Rücken des Holzes und die Abfuhr zuständig. Wir jungen Förster waren am 20. Dezember 1948 gerade mit unserer Ausbildung in Eberswalde fertig geworden. Jetzt fanden sich nun verschiedene Kommilitonen hier wieder für ihre erste Bewährungsprobe ein. Ich muss gestehen, dass unser Einsatz schon etwas ungewöhnlich war. Hatte man uns nicht auf den Wiederaufbau des Deutschen Waldes eingeschworen? Hier fand jetzt genau das Gegenteil statt. Mir waren die Waldarbeiter des Reviers Krams (zust. Revierförster König) zugeteilt. Die meisten kamen aus Annenwalde. Der Haumeister, Herr H., war ein sehr versierter und geschickter Mann.
Es darf nicht vergessen werden, dass die Waldarbeiter damals nur mit Schrotsäge und Axt ausgerüstet waren. Sehr schnell bildete sich ein Engpass bei Feilen zum Schärfen der Sägen. Nur mit scharfem Werkzeug konnte man hohe Leistungen erbringen. Hin und wieder kam ein Abgesandter des Forstamtes und brachte eine Feile. Der LkW, der Waldarbeiter aus Fürstenberg und auch mich jeden Tag hin- und zurück transportierte, war ein Fuhrunternehmer aus Nauen, der mit seinem Dreiachser GMC für die Zeit bis Mai 1950 dienstverpflichtet war.
Vielen Bauern, die ebenfalls verpflichtet waren, erging es ungleich schlechter, denn sie mussten mit ihren Pferden in den Stallungen der Förstereien Beutel, Krams und Tangersdorf übernachten. Viele Bauern gingen diese Verpflichtung gerne ein, weil sie nicht nur Geld für ihre Arbeit bekamen, sondern viel wertvollere Hafergutscheine für ihre Pferde. Das Kiefern Stammholz wurde entweder gleich zu den damals noch vielen kleineren Sägewerken der Umgebung gefahren oder zu den nahe gelegenen Wasserablagen an der Havel gefahren, von wo aus es per Floß nach Zehdenick, Bredereiche oder Fürstenberg befördert wurde. Diesen Wassertransport nutzte damals auch Herr G., um illegal Langholz nach Spandau (West Berlin) zu schleusen. Irgendwann flog dieser Ring von Schleusern auf und wurde der gerechten Strafe zugeführt.
Der gesamte Einschlag des stehenden und verwertbaren Holzes ist natürlich nicht bis zum geplanten Termin 1. Mai 1950 erreicht worden. Der Rest an Grubenholz, Masten und Stammholz ist dann noch im Laufe des ersten Halbjahres 1951 abgeräumt worden. Kulturen, Dickungen und schwache Stangenhölzer blieben stehen und sind später der Bebauung und dem Übungsbetrieb zum Opfer gefallen.
Rückblickend ist festzustellen, dass die Errichtung des Schießplatzes mit all seinen Nebenanlagen und Sperrzonen ein schwerer ökologischer Eingriff in die Natur gewesen ist. Diese drei vorgenannten Reviere waren ehemals gut ausgestattete preußische Staatswaldreviere. Vorwiegend mit Kiefern bestockt, bildeten die relativ armen Standorte typische Kiefern-Blaubeer- Waldgesellschaften. Die Altersklassenstruktur war in einem sehr guten Verhältnis. Die Altersklassen V und VI waren mit 50% und mehr vertreten.
Die Revierförsterei Tangersdorf (zust. Revierförster: Hr. T.) die mitten in diesem Territorium lag, wurde 1951 abgerissen. Der Forstmeister Hr. B., Himmelpfort, hat mit mir persönlich die Öfen aus der Försterei entfernt, um sie in der neu aufgebauten Försterei Woblitz einzubauen. Leider sind diese ehemaligen fiskalischen Flächen, nachdem die Rote Armee abgezogen war, nicht wieder an das Land Brandenburg übergeben worden, sondern Spielwiesen der unterschiedlichsten Interessen geworden." [3]
Stand: Dezember 2019
(Quelle: [3] Zeitzeuge Revierförster a.D. P. Keibel)
In den Jahren vor der Fertigstellung der ersten Gebäude der Garnison waren große Teile der 25. PD im Raum Oranienburg (Weisse Stadt) auf dem Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen untergebracht. Ab 1955 begann die gestaffelte Verlegung der TT und Verbände in das neu errichtete Objekt an der Havel nördlich von Vogelsang. Die in den Jahren zuvor errichteten Barackenlagern vor der Schleuse Kannenburg («Siedlung Hammelspring») und südlich der Havel («Havel») dienten einzelnen TT und Verbänden u. a. der 25. PD vermutlich als Unterbringung während des Übungsbetriebes auf dem Ausbildungszentrum. Ihre Ausdehnung und Struktur ist sehr deutlich auf den beiden Luftbildern (siehe Karten, Pläne, Luftbilder) von 1953 erkennbar.
Diese beiden Barackenlager, zum Großteil bestehend aus einfachsten "Bretterhütten", wurden zum Ende der 1950er Jahre geräumt und blieben leer und ungenutzt sich selbst überlassen. Unklar ist derzeit, ob Truppenteile (TT) der 25. PD diese Lager auch als Übergangsobjekt vor dem Umzug in die festen Gebäude der südlicher gelegene Kaserne nutzten, da der Standort Oranienburg schon im Begriff war, geräumt zu werden. Leider gibt es für die Zeit 1950-1961 (ab 1956 Beginn der Planungen für die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen [12]) zum Standort Sachsenhausen wenige bis gar keine Unterlagen zu Fragen der Belegung und Struktur.
Ab 1952 beginnen die Baumaßnahmen für das zukünftige «Militärstädtchen Nr. 12» (военный городок №. 12) der Garnison Vogelsang (Гарнизона Фогельзанг), errichtet als größter Neubaustandort mit dezentralem Charakter und städtebaulicher Struktur. Die DDR war in der Pflicht, die Kosten zu tragen.
Das «Militärstädtchen Nr. 12» bestand anfangs nur aus rund 6-9 Gebäuden. Ab 1953 wurde damit begonnen, die Garnison erheblich zu erweitern und mit Infrastruktur zu erschließen. In den Jahren 1953 - 1956 wurden ca. 115 der ca. 550 Gebäude errichtet. Folgt man den Baudaten einiger Liste, den Notizen des gegnerischen Dienstes und schließlich der Übergabe der Baustelle an die sowjetische Seite, liegt die Hauptbauzeit der Garnison in den Jahren 1953 - 1957.
Am 16.12.1957 wird die Baustelle durch Beschluss des MdI, durch den VEB Bauunion Potsdam an die sowjetischen Streitkräfte übergeben. Unter welchen Gesichtspunkten diese Baumaßnahmen im Einzelnen zu werten sind, bleibt offen. Bekannt ist, dass viele Erweiterungen und Umbauten an Gebäuden sowie auch Neubauten erst im Zuge von Umstrukturierungen und Verlegungen von TT oder Kampfverbänden vorgenommen worden (Nutzerwechsel, siehe «Militärstädtchen Nr. 13»). [4]
(Quellen: [4] BArch, BVfS Potsdam, Allg. S. 113/77)
Am Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre und in den 1980er Jahren wurde der Bereich rund um die Montagebunker im «Militärstädtchen Nr. 13» (военный городок №. 13) baulich erweitert, um dem neuen Nutzer (Bewegliche Raketentechnische Basis [BRTB] / Raketenabteilung [RA] der Division und ab Mitte der 1980er Jahre Teile der Gefechtstechnik der neu formierten 464. taktischen RBr. [Waffensysteme blieben in der Div., jedoch erfolgte eine direkte Unterstellung auf Armee-Ebene ohne Befehlsebene Division]) die erforderlichen Räumlichkeiten zu gewährleisten, obwohl große Teile der Gefechts- und Lehrtechnik wahrscheinlich auch mit in den Raum Fürstenwalde verlegt wurden. Jedoch gibt es Funde und Hinweise, dass eine unbekannte Zahl Gefechts- oder Lehrtechnik am Standort geblieben sein müsste.
Zuletzt (1994) betrug die Fläche des gesamten Sperrgebietes (Polygon) um die Garnison Vogelsang und dem Ausbildungszentrum (Учебный Центр/УЦ) Templin/ТЕМПЛИНСКИЙ УЦ) herum ca. 6800 Hektar (68 km²), dies entspricht in etwa der Fläche der Berliner Bezirke Friedrichshain und Mitte.
Die baulichen Merkmale auf dem Gelände der Garnison lassen erkennen, dass hier seit Beginn der Nutzung «Selbständigkeit» und städtebaulicher Charakter im Fokus der Dislozierung lag. Ein Divisionsstandort, der stetig erweitert, aus- und umgebaut wurde, um den sich entwickelnden Bedürfnissen der Streitkräfteplanungen im Kontext der weltpolitischen Lage und den operativen Planungen beider Militärblöcke gerecht zu werden. Die Jahreszahlen an einigen Häusern zeigen die Baufertigstellung, sind aber kein Indiz für Eigenleistung.
Die Bauzeiten der Gebäude in den MS Nr. 12, 12A, 12B und 12 D. Diese sind farblich gegliedert. Enthalten sind nur Gebäude, deren Bauzeit aktenkundig und damit belastbar sind. Restliche Gebäude fehlen hier. [5]
(Quelle: [5] Übergabeprotokolle KETsch
Eberswalde/BVA Potsdam 1991-1994)
Welche Gründe letztendlich den Ausschlag für die Wahl dieses Standortes gaben, sind uns nicht belastbar bekannt. Rückschlüsse und mögliche Begleitumstände lassen jedoch die Vermutung zu, dass folgende Merkmale die Wahl beeinflusst haben könnten:
- Dezentraler Charakter des Standortes
- Nähe zu Groß-Berlin
- Gleisanbindung nach Frankfurt/O. (Militäreisenbahnlinie)
- Einsatz- und Entfaltungsraum und Aufgabe einer Division im Handlungsrahmen der Armee oder in ihrer Funktion als Operative Manövergruppe (OMG) der Front
- nachgenutzte Wehrmachtskasernen sind belegt, zudem müssen ab 1956 viele dieser nachgenutzten Wehrmachskasernen zu Gunsten der neu geschaffenen Einheiten der NVA und Grenztruppen (GT) geräumt werden (zb. Sachsenhausen und Oranienburg, von 1946 - 1956 Standort von Teilen der 25. PD) [6], [7], [8]
Letzendlich blieb als Handfeste Erinnerung dies und jenes...
(Quellen: [6] P. Rentsch; [7]
https://www.cia.gov/library/readingroom/home, [8]
www.stiftung-bg.de/gums/de/)
CAD Modell Garnison
Im Archiv der Heimatgalerie haben sich über die Jahre nicht nur samtliche Übergabeprotokolle der Garnison Vogelsang eingefunden, auch liegt ein großer Bestand an Bildern (auch aus Nutzungszeiten) und Karten/Luftbildern fortlaufend ab 1953 vor. Damit ist der Grundstein einer detallierten Darstellung als CAd-Modell gelegt. Nun liegt das Ziel darin, die gesamt genutzte Fläche der Garnison darzustellen.
Bis 2022 war für die erste Umsetzung unser ungarischer Freund Szabolcs Kizmus zuständig, der seine Gabe abermals beeindruckend unter Beweis stellen konnte und die Rückbaufelder 2-3 realisierte. 2022 musste er leider seine Arbeiten am Modell aus beruflichen- und familiären Gründen beenden.
Ab 2025 konnte für die Weiterführung nun Hr. U. Feldmann (bekannt als Co-Autor "Tarnname Fichte") gewonnen werden, der seine Leidenschaft zum Detail bereits im 3D Modell zu Lychen-II überzeugend dargestellt hat. Ein Blick auf seinen "Sketchfab" Account lohnt.
Nun wird ohne Zeitdruck Schritt für Schritt die komplette Flächennutzung umgesetzt. Hierbei gilt der Istzustand vom Sommer 1991. Mit Hilfe zahlreicher Konsulationen werden die Blickwinkel damaliger Fotos diversen Karten und Luftbildern zugeordnet. Um möglichst jedes einzelne Gebäude darzustellen, haben wir die Garnison in mehrere Bereiche unterteilt. Diese orientieren sich nicht immer an den Militärstädtchen. Wenn alles klappt, werden die einzelnen Bereiche dann immer mit dem vorigen verbunden.
Bisher fertiggestellt:
Der Wohn- und Unterkunftsbereich im östlichen Teil der Garnison (2005 - 2007 entsiegelt und renaturiert), mit dem Haus des Divisionskommandeurs. Sowie der Bereich MS Nr. 12B und der Ehrenhain. Damit ist der gesamte rechte Bereich ab dem KPP Nr. 1 nordwärts weitestgehend abgeschlossen. Aktuell ist der Bereich am Hospital, Bäckerei und die Werkstätten des Panzerregiments vollendet und im Modell angefügt. Detailarbeiten bleiben zunächst offen.
Der bisherige Ausbaustand der Garnison Vogelsang - Mehr Tiefe, mehr Details, mehr Überblick ... Hier
Lenin Umsetzung
In fast allen ehemaligen Liegenschaften der sowjetischen Streitkräfte auf dem Territorium der DDR, so auch in der Garnison der 25. Panzerdivision Vogelsang, befanden und befinden sich noch heute Reliefs, Plastiken und/oder sonstige Abbilder des Führers der Oktoberrevolution und Mehrheitsführers der Bolschewiki in den 20 Jahren des letzten Jahrhunderts, Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin.
Seine Ideen, sein politisches Wirken und die Errungenschaften dieser Zeit galten als Leitbild in der politischen Arbeit, wie auch in der Bewahrung eines Ehrenkodex. So gab es Lenin-Büchereien, Lenin-Zimmer, Auszeichnungsurkunden mit dem Bild Lenins, wie auch Masseninitiativen der Partei und der politischen Führung in den Truppenteilen. Dazu zählten Büsten, Sichtagitationswände und Aufrufe zu militärischen Höchstleistungen.
Auffallend ist, dass die Plastiken und Reliefs meist in Eigenleistung errichtet und gestaltet wurden und mit viel handwerklichem Geschick entstanden sind. Dies impliziert bei den meisten Soldatendienstgraden, neben der Linie der Partei und der Jugendorganisation, des Komsomol, auch von tiefer Verbundenheit der Soldaten zu Ihrem Vorbild. Damit diese tiefe Verbundenheit stets sichtbar und damit allgegenwärtig war und blieb, wurde Lenin in fast jede Sichtagitation integriert.
Diese Formen der Agitation sind psychologischer Natur, dienen sie u.a. dem Zweck, den Soldaten als den „Beschützer der Heimat“ (Mütterchen Russland) und damit als Bewahrer des Friedens in die Pflicht zu nehmen. In fast allen Familien Russlands, wie auch in verschiedensten anderen Nationalitäten, die sich im Staatenverbund UdSSR organisiert hatten, gab es direkte und indirekte familiäre Verluste durch den 2. Weltkrieg, der auch als Großer Vaterländischer Krieg bezeichnete wurde.
Die Innschrift auf der nebenstehenden Reliefwand sagt:
"Der Bürger der UdSSR ist verpflichtet, die Interessen des sowjetischen Staates zu schützen und einen Beitrag zur Stärkung ihrer Macht und ihres Ansehens zu leisten"
In diesem Sinne hatte die „Heimatgalerie“ zuvor einen Antrag zum Erhalt des Reliefs im Sinne des Denkmalschutzes, an die Untere Denkmalschutzbehörde gestellt, der allerdings abgelehnt wurde. So blieb für die Sicherung nur noch die Bergung des Reliefs zum Zwecke der musealen Nutzung. Im Mai 2017 waren alle Genehmigungen und Auflagen erfüllt die zur Bergung und Transport von Vogelsang nach Wünsdorf notwendig waren. Die Umsetzung erfolgte auf das Gelände der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf. Hier soll das Lenin-Relief nun als notwendige Ergänzung in den Fundus des Museums "Roter Stern" integriert werden.
Am 20.05.2017 war es vollbracht, alle notwendigen Genehmigungen und Auflagen waren beisammen und erfüllt. Damit stand der Umsetzung des Leninreliefs vom Kulturhaus der Garnison nach Wünsdorf nichts mehr im Wege.
Diese Maßnahmen zum Erhalt und der anschließenden musealen Nutzung wurde notwendig, da der Rückbau leider keine Bögen schlägt. Ich hatte im Vorfeld versucht das Relief unter Denkmalschutz zu stellen, was mir jedoch verwehrt blieb. Daher nun diese Umsetzung auf das Gelände der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf. Hier soll der Lenin am Museum "Roter Stern" (Garnisonsmuseum) eine neue Heimat finden.
Für die Bergung und den Transport hatte ich professionelle Unterstützung durch viele fleißige Helfer. Danke Leo und Dirk! Nicht vergessen möchte ich auch die Unterstützer aus den eigenen Reihen, die mir dieses Projekt mit ihrer finanziellen Hilfe überhaupt erst ermöglichten. Namentlich sei hier: Th. Fröhlich, D. Müller (modernruins.de), UE-Photography genannt.
Schlussendlich gilt mein Dank auch der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf für die Bereitschaft zur Übernahme und musealen Nutzung.
Die Bergung und Umsetzung im Film
Seit dem 31.07.2022 hat das Lenin-Relief am Garnisonsmuseum in Wünsdorf nun seine endgültige Präsentationsform "eingenommen". Die von Beginn der Übernahme an notwendige "Informations-Tafel" zur Herkunft, Geschichte und Grund der Sicherstellung steht dem Relief nun zur Seite und informiert den Besucher. Ich danke allen Beteiligten und Mitstreitern für die gewohnte reibungslose Zusammenarbeit!
Nun galt es mit vereinten Kräften die Mittel für die notwendige Teilrestauration (Kostenüberblick) der Stele zu generieren. Alles blieb wie gewohnt transparent, alle Mittel flossen 1:1 in das Projekt. Dies und die gewohnt zuverlässige Durchführung derartiger Projekte half letztendlich bei der Umsetzung.
- Reinigen (von Staub, Moos und Vogelexkrementen)
- Abnahme von Resten einer grau/weißen Mörtelschlämme, sowie losen Bruchstücken
- Entrosten von offen liegenden Bewehrungseisen und Auftrag einer Rostschutzfarbe
- Einbau einer Bewehrungsstange verklebt mit Epoxidharz (Oberseite)
- Ergänzung von Fehlstellen mit einem speziellen Mörtel für Porenbeton (hierbei wurde Wert auf die konservatorische Ergänzung wie die stark verwitterte Oberseite sowie Formergänzungen innerhalb der Figur wie Hand, Kleidung, Antlitz gelegt)
- Verschluss von Rissen
- Einretuschierung der hellen Ergänzungen und optische Beruhigung der roten Fondfläche durch Auftrag einer Lasur auf die Fehlstellen
- Auftrag einer transparenten Schutzbeschichtung
Bereits im Sommer 2013 konnte durch das Blaulichtmuseum in Beuster die Reliefwand mit dem 'Pz Fahrer' gesichert werden. Seit dieser Zeit ist es allerdings auch nicht restauriert oder einer Werterhaltung zugeführt worden. Auch hier scheiterte es bisher an den notwendigen Mitteln.
Foreign Military Liaison Mission
Die Historie der Militärverbindungsmissionen war eng mit der Geschichte der DDR, der Warschauer Vertragsstaaten und der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland verbunden ... (Stand: 30.07.2025)
Abkürzungen A - F
Abkürzungen der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen, des Ministerium für Staatssicherheit, der Deutschen Volkspolizei und anderer staatlicher Organe der DDR, wie zb Deutsche Post ...
Truppenteile/Einheiten
Bis zum Abzug im April 1994 waren in der Garnison folgende TT/Verbände/Einheiten disloziert (ohne Berücksichtigung der Zeitschiene, Liste unvollständig):
в/ч пп 11818 1369. Treib- und Schmierstofflager
в/ч пп 16445 ???
в/ч пп 25497 519. sst. Bataillon chemische Abwehr (Rufname*: ванадий)
в/ч пп 34810 53. sst. Aufklärungsbataillon
в/ч пп 34844 196. sst. Pionierbataillon
в/ч пп 34939 459. sst. Nachrichtenbataillon der 25. PD (Rufname*: пешка)
в/ч пп 39223 ???
в/ч пп 45487 897. sst. Nachrichtenbataillon der 132. sst. Nbr. Treuenbritzen
в/ч пп 47389 232. sst. Medizinisches Bataillon der 25. PD
в/ч пп 47448 803. Garde-Mot.-Schützenregiment, ab 06 / 1989 (aus Drögen)
в/ч пп 52776 687. sst. Kfz-Transport Bataillon
в/ч пп 55543 665. sst. Raketenabteilung (ab 1985 der 464. Rbr. Fürstenwalde unterstellt, Aufstellung d. takt. Rbr.)
в/ч пп 00000 835. Fla-Raketenregiment der Division
в/ч пп 60372 1076. Bataillon materielle Sicherstellung (BMS) (nach Britz verlegt, Jahr?)
в/ч пп 60671 162. Panzerregiment (Rot-Banner)
в/ч пп 61000 Stab 25. Panzerdivision (Rot-Banner-Division / Rufname*: биточек)
в/ч пп 61100 ???
в/ч пп 58763 1702. sst. Fla-Raketenregiment (1960er Jahre)
в/ч пп 58763 447. Fla-Raketenregiment (1985-1989, Rufname*: кальцекс)
в/ч пп 00000 6. sst. Nachrichtenbrigade RWK FF/O.
в/ч пп 00000 1782. sst. Nachrichtenbataillon der 132. sst. Nachrichtenbrigade
в/ч пп 00000 1158. sst. Fla-Raketenregiment (kam 1989 aus der SU)
в/ч пп 92189 69. Wartungs- und Instandsetzungs Bataillon
в/ч пп 95843 305. Hubschrauberstaffel
в/ч пп 00000 Wach- und Sicherstellungsbataillon
в/ч пп 00000 72. Feldbäckerei/Bäckereizug
в/ч пп 04831 1700. Artillerie Munitionslager der Division / Zentrales Munitionslager der 20. GA Eberswalde
в/ч пп 00000
в/ч пп 00000
* 'Rufnamen' dienten der Verschleierung der Verbindungsteilnehmer im offenen Fernsprech-, Fernschreib- und Rufverkehr (Richtfunk, Sat). Damit wurde versucht den päzisen Gesprächteilnehmer (Einrichtung, Einheit, TT) im Gesprächs- oder Verbindungsverfahren zu verschleiern.
Bei verschiedenen stationären Objekten oder höheren Stäben wurden 'Rufnamen' wegen des hohen Aufwandes beim ändern aller verbindlichen Dokumente, Rufschemen und Verbindungsnachweisen nur sehr selten geändert (zb nur während einer Übung/Manöver mit zeitlich begrenzter Gültigkeit). Im Sprachgebrauch der sowjetischen SK gab es den Begriff 'Tarnname' nicht.
Stand: Oktober 2019
Stationierung R-5M
Die Stationierung der Systeme R-5M/8K51 (SS-3/Shyster) - (Stand: 10.03.2026)
Bilder Bogendeckungen
Bilder Bogendeckung/Montagesaal 1
Diese Bogendeckung war zumeist während der Führungen zum Konversionssommer geöffnet. Seit 2019 ist es uns nicht mehr gestattet den Besuchern die Innenansicht zugänglich zu machen. Sehr zu bedauern!
(Quellen: R. Löhder [Bild 63], f-a-p [Bild 61], T. Fröhlich [Bild 19-24], Archiv heimatgalerie)
Bilder Bogendeckung/Montagesaal 2
Diese wird auch derzeit als Modell 1:87 gefertigt. Die Dokumentation dazu hier
(Quellen: Archiv heimatgalerie)
Retrospektive der gedeckten Zuführung mit Anbau der Bogendeckung 1
Sollte sie noch Aufnahmen (auch Außenaufnahmen)/Fotos der Bogendeckung aus früherer Jahren besitzen, so würde ich mich freuen, die hier einordnen zu dürfen. Danke!
Если у тебя читатель сохранилось фото или видео бункера, то можешь их здесь разместить.
(Quellen:
P. Rentsch [Bild 1-2], T. Fröhlich [Bild 3], Marco Jerratsch [Bild 12],
Archiv heimatgalerie, [4] Archiv Hr. Eckart, [5] "Rührt euch!")
Bilder MS Nr. 12 & 03
Eindrücke aus dem Militärstädtchen Nr. 12 (2008-2025/Военный Городок N° 12 (Divisionsstandort 25. Panzerdivison/PD) der Garnison Vogelsang (Bilder sind nicht chronologisch)
(Quellen: Hr. Kielblock, Hr. Rosemann, Archiv heimatgalerie)
Eindrücke aus dem Militärstädtchen Nr. 03 (2007-2025/Военный Городок N° 03 (Munitionslager für Panzer und Artillerie u.a. der Division). Unterstellungsverhältnis zur 20. GA Eberswalde
(Quelle Bild 3: Templiner Kreiskalender 1929)
Abkürzungen gegnerische Dienste
Abkürzungen, Umschreibungen (Deckbezeichnungen) und/oder Strukturangaben der gegnerischen Dienste und Mitglieder der westlichen Militärkoalition ...
Die Militärstädtchen
Nach einer erneuten intensiven Auswertung der vorliegenden Unterlagen, der einzelnen Übergabeprotokolle zwischen dem BVA und der KETsch (Unterkunftsverwaltung) Eberswalde, sowie einer Reihe von Originalplänen ist für die «Garnison Vogelsang» ein Gesamtbestand von ca. 507 Gebäuden gelistet. Alle diese Gebäude sind in ihrer Funktion nahezu bestimmt. Dieser Gesamtbestand gilt für alle 12 Militärstädtchen/Objekte.
Die Garnison Vogelsang war in mehrere Militärstädtchen (военный городок) bzw. Militärobjekt(e) (военный обьект) aufgeteilt. Diese waren verwaltungstechnisch, teilweise auch versorgungstechnisch (siehe MS Nr. 13) eigenständig und meist durch eine umlaufende Objektbegrenzung (Betonplatten) abgegrenzt und mit einem Kontrolldurchlassposten (KPP) vor unberechtigten Zutritt gesichert. Personal anderer als der des jeweiligen MS hatten somit keinen Zutritt. Die Belegung der TT/E in den MS erfolgt ohne Zeitebene. Zur besseren Lokalisierung und Übersicht sind die einzelnen Militärstädtchen kartographisch dargestellt. Die Militärstädtchen Nr. 01 (TL I, Kurtschlag) und Nr. 03 (ML Kannenburger Schleuse) sollen hier nur Berücksichtigung finden, da sie, neben anderen Aufgaben, auch für die Versorgung der Garnison zuständig und maßgeblich waren. (Stand: 04.08.2025)
MS Nr. 01: Tanklager (TL) der Division und Flugplatz Groß-Dölln: Treib- und Schmierstofflager/Betriebsstofflager (Kapazität: 10.000 to, Verhältnis Diesel/Benzin und Kerosin 1:2, Treibstoffeversorgung per Zug [Kesselwaggon] über Bahnhof Vogelsang aus Wismar), Feldpostnummer (FPN): в/ч пп 11818
MS Nr. 03: Munitionslager für Panzer und Artillerie u.a. der Division. Unterstellungsverhältnis 20. Gardearmee Eberswalde, FPN: в/ч пп 04831
Das letzte Bild ist interaktiv: HIER
Eindrücke aus dem ML Hammelspring (Schleuse Kannenburg): HIER
MS Nr. 12: Objekt der Division: Stab 25. Panzerdivision (PD/FPN: в/ч пп 61000), 162.Panzerregiment (FPN: в/ч пп 60671), 803. Garde-Mot.-Schützenregiment (FPN: в/ч пп 47448), 519. sst. Bataillon chemische Abwehr (FPN: в/ч пп 25497), 53. sst. Aufklärungsbataillon (FPN: в/ч пп 34810), 196. sst. Pionierbataillon (FPN: в/ч пп 34844), Militärabwehr, 459. sst. Nachrichtenbataillon der 25. PD (FPN: в/ч пп 34939), 232. sst. Medizinisches Bataillon (FPN: в/ч пп 47389), 687. sst. Kfz-Transport Bataillon (FPN: в/ч пп 52776), 1076. Bataillon materielle Sicherstellung (FPN: в/ч пп 60372), 69. Wartungs- und Instandsetzungsbataillon (FPN: в/ч пп 92189), Wach- und Sicherstellungsbataillon, 72. Feldbäckerei/Bäckereizug, Feldpost- und Bank
MO Nr. 12A: Objekt der Truppenluftabwehr (TLA): Fla-Raketenregimenter (in verschiendenen Zeitebenen sind bekannt: u.a. 447. FlaRA Reg, FPN: в/ч пп 58763)
MO Nr. 12B: unbekannt
MO Nr. 12C: Lager- und Mob-Reserve des 897. sst. Nachrichtenbataillons der StNZ 721
MO Nr. 12D: Dienstobjekt und Verwaltungsbereich (mit Sozial- und Kulturgebäude) des 897. sst. Nachrichtenbataillons der StNZ 721
MS Nr. 13: Bewegliche Raketentechnische Basis (BRTB)/Raketenabteilung (RA) der Division (FPN: в/ч пп 55543)
MS Nr. 14: Munitionslager (ML), Kapazität: 3.000 m³ (FPN: в/ч пп 42610)
MS Nr. 15: Tank- und Schmierstofflager am Standort (Kapazität: 3.000 m³, Verteilung zu Tankstelle der Garnison per Tanklastzüge, keine Pipeline)
MS Nr. 16: Verpflegungs- und Versorgungslager
MS Nr. 17: Stütznachrichtenzentrale 721 (897. sst. Nachrichtenbataillon der 132. sst. Nbr., FPN: в/ч пп 45487)
MO Nr. 39: Ausbildungs- und Übungszentrum (Темплинский Учебные Центр, FPN: в/ч пп 47425)
Darüber hinaus gab es weitere Militärstädtchen/Gelände, die der Garnison noch nicht abschließend zugeordnet werden konnten.
(Quellen: Archiv Heimatgalerie; Landesgeobasis Potsdam; GoogleEarth; Brandenburgisches Landeshauptarchiv; www.sowjetische-militaerstandorte-in-deutschland.de/content_detail_v4.cfm?ort=Vogelsang; MO Nr. 39: BArch, BW 55/290; BArch BW 55/307)
Militärspionage & Abwehr
In den Archiven beider Militärblöcke werden heute umfangreiche Bestände mit zahlreichen Dokumenten, Weisungen, Karten und Auskunftsberichten verwahrt, die sowohl Ergebnisse der Spionage/Aufklärung aufzeigen als auch deren Abwehr dokumentieren. Die Sichtung verschlingt viel Zeit und Geld, ist aber für den nötige Gesamtüberblick elementar. Erst wenn beide Seiten gewertet, gestattet sich ein Urteil.
Meine Recherchen zu diesem Thema der Abwehrarbeit der Dienste in Ost und West begannen 2013 und führten mich ins 'Bundesarchiv Koblenz', 'Bundesarchiv Lichterfelde' in den 'Lesesaal BStU', 'Brandenburgisches Landeshauptarchiv', 'Staatsbibliothek zu Berlin' und im Internet zum 'Central Intelligence Agency's Freedom of Information Act Electronic Reading Room' und zum 'National Archives'.
Der Standort Vogelsang wird in den Beständen der CIA (FOIA) selten namentlich NUR als "Vogelsang" erwähnt. Die Wahl der Bestandsbezeichnungen ist auf den jeweiligen Bearbeiter/Auswerter zurückzuführen. Maßgebend war hier entweder der Startpunkt der Aufklärer oder die in den jeweiligen Unterlagen geführte Objektbezeichnung. Dies wurde dann 1:1 übernommen. So kam es das unterschiedliche Objektbezeichnungen ein und das gleiche Objekt (Vogelsang) beinhalten/bezeichnen. Als Aliasnamen dienten zb. "Area of Templin", "Vogelsang Railroad Station", "Camp Vogelsang", "Vogelsang area", "Templin training area", "Templin maneuver area", "Hammelspring", "Neuhof", "Burgwall" oder "Camp Kannenburg". In meinen Recherchen ist der Standort Vogelsang erstmalig im Oktober 1949 aktenkundig. Das klingt belastbar, zumal bereits im März 1949 mit der Abholzung für den Schießplatz begonnen wurde und die ersten Truppenteile südlich der Havel behelfsmäßige Quartiere (Barackenlager) errichteten und bezogen.
Auch die gegnerischen Dienste (hier CIA) waren rund um den Garnisonsstandort Vogelsang natürlich nicht untätig. Aus ihren Sichtungen und Auswertungen sind viele Karten entstanden, die einen sehr frühen Nutzungsstand der Garnison zeigen könnten. Sollten die Angaben der Jagen stimmen, müssten beide Karten von vor 1952 stammen, weil die ersten Gebäude noch nicht eingezeichnet sind und stattdessen das Sommerlager unterhalb der Havel in seiner ganzen Ausdehnung vermerkt ist. Die ersten Gebäude der Garnison wurden etwa in den Jagen "239-241" und "255" errichtet. Die Karten #1 und #2 sind Teil verschiedener Dokumente über den Standort Vogelsang und in der Online Library der CIA recherchierbar. Sie unterliegen dem FOIA (Freedom of Information Act) und sind daher für jedermann zugänglich und nutzbar. Die Übersichtskarte (Nov 1949) über das gesamte Gebiet der DDR zeigt den hohen Informationsstand der gegnerischen Kräfte.
Der Nachrichtendienst der U.S.Army gab seine Rechercheergebnissen in regelmäßigen Abschnitten der kämpfenden Truppe in Form der Field Manuals (FM 100-2-3, THE SOVIET ARMY: Troops, Organization and Equipment) zum Studium. Damit war der 'Klassenfeind' bestens aufgeklärt und die Truppe informiert. Als Bsp aus dem Archiv der Heimatgalerie die Jahrgänge 1984 und 1991. Diverse weitere 'Manuals" (Handbooks, FKSM) ergänzten die Bedrohungsbibliothek der NA-Dienste. Offen bleibt ob in diesen "Field Manuals" die aufgelistete Analytik zum Kräfteverhältnis neutral und bestimmend war. Schlußfolgerungen wie in den "Soviet Military Power" Reporten der DIA (Defense Intelligence Agency) diehnten oft als Argumentationsgrundlage für völlig überzogene Militärausgaben im Rüstungsetat des US Haushalts gegenüber unentschlossenen Abgeordneten.
Aufgaben bzw. Abwehrmaßnahmen der DE des MfS
Ein Abkommen aus dem Jahre 1973 regelte das Zusammenwirken der operativen Kräfte von MfS und KfS in Bezug auf die Absicherung von militärischen Objekten und/oder während Militärtransporten bei Rückführungen, Übungen oder Verlegungen von Militärtechnik. Die Regierung der DDR, die Bezirksverwaltungen des MfS, die Diensteinheiten des MfS und die Kreisdienststellen waren hierbei über alle Schritte, wie zb Streckenführung genaustens im Vorfeld informiert und in die Planungen einbezogen. Die Abwehrarbeit hier vollumfänglich darzustellen, würde zulasten der Übersichtlichkeit und dem Verständnis gehen. Daher begrenze ich die Informationen auf das Wesentliche. [1]
Zur Kenntnisnahme über den Stand der aktuellen ständigen Sperrgebiete in der DDR gab das Oberkommando der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland diese Karten an die Alliierten Militärverbindungsmissionen (MVM) heraus. Damit war den westlichen MVM die Lage der jeweilig gültigen Sperrgebiete kenntlich. Diese Karten war gültig ab 15. Mai 1984, "Genehmigt und unterzeichnet" durch: Oberbefehlshaber der GSSD Armeegeneral M. Saizew (14. Mai 1984).
Der Hauptabteilung II (HA II/Spionageabwehr) standen vielseitige und umfängliche Maßnahmen im Rahmen der Abwehrarbeit zur politisch-operativen Sicherung des Militärverkehrs (im Zusammenwirken mit HA XIX) und zur Umgebungssicherung militärischer Objekte zur Verfügung. Eine Form der Abwehrarbeit gegen das Eindringen der MVM-Angehörigen in ständige und/oder zeitweise Sperrgebiete lag in der Absicherung von Bahnhöfen, auf denen Verladetätigkeiten der sowjetischen Streitkräften erfolgte und/oder zur Streckenabsicherung im Zusammenwirken mit der HA XIX und der STBA, bei "Sondertransporten mit erhöhten Sicherheitserfordernissen", zb bei mehrmals jährlich stattfindene Transporte von Kernmaterial der GSSD. Exemplarisch seien hier nur zwei Maßnahmen am Bahnhof Vogelsang genannt, am 17.03.1989 und am 18. Mai 1989. Die Bahnstrecken Frankfurt/O.-Grunow und Frankfurt/O.-Seelow wurden ebenfalls in die Abwehrmaßnahmen der HA III einbezogen. [2]
Zur Absicherung von Verladetätigkeiten der GSSD an den Anschlussgleisen der Objekte gegen die Spionagetätigkeiten der gegenerischen Dienste, wie zb der MVM, nutzten die Mitarbeiter der Beobachtungsgruppen der HA II/4 eigens eingerichtete und material-technisch (Video und/oder Fototechnik) versorgte Beobachtungspunkte (B-Punkte) an oder in unmittelbarer Umgebung von Bahnhöfen und/oder auch an Durchgangsstraßen an besonders schützenswertes Objekt der GSSD.
Ob diese B-Punkte nur temporären Charakter hatten und ihre Notwendigkeit aus den daraus resultierenden geänderten Regimeverhältnisse erfolgte oder ob es alle Aktivitäten der sowjetischen Streitkräfte auf den Bahnhöfen betraf, ist mir abschließend nicht bekannt. So befand sich der B-Punkt der HA II des MfS am Bahnhof Vogelsang im Obergeschoss des nebenstehenden Hauses in der Zehdenicker Str. 16. Weitere Möglichkeiten der Beobachtung und der Spionageabwehr an sensiblen Objekten war die Varianten mit zwei B-Punkten zum Objekt, wie zb am Flugplatz Groß-Dölln (Punkt A am Ortsausgang Kurtschlag, Punkt B im Bauwagen an der Kreuzung L100/L215), am Objekt-Lychen II (B-Punkte in Himmelsfort) oder mit gezielten ortsgebundenen B-Punkten, wie zb auch am Bahnhof Dannenwalde. [3]
Zu den Aufgaben der HA III und HA II/4 gehörten Maßnahmen der funkelektronischen Abwehr und der Spionageabwehr (im Zusammenhang mit B-Punkten der B-Gruppen). Hierbei lag der Schwerpunkt der Abwehrarbeit seit etwa Mitte der 1970er-Jahre u.a. darin, die gegnerischen Dienste an der Informationsgewinnung bzw. Installation mittels ferngesteuerter oder autonom arbeitender Sonden (zb. "Kegel", "Würfel", "Zweig/Ast", "Röhre") oder dem Fernwirk-Bodensensoren-System ("Eifriger Wächter") zu hindern oder aber zumindest durch Aufspüren der Sonden (AEA) die Informationsübermittlung der gewonnenen Daten zu verhindern.
Gefährdet waren hier insbesondere Munitionslager operativer und strategischer Bestimmung, Lagerbasen mit Produkten besonderer Bestimmung, Munitionsdepots an Flugplätzen, Tanklager an Flugplätzen und/oder Transportwege wie Marschstraßen und Strecken des MTW (Militäreisenbahnlinien, zb. FFO-Grunow-Seelow) für Truppenbewegungen im Spannungsfall.
Auch die Garnison Vogelsang war ab 1987 und im Zuge der Rückführung der Technik im Zusammenhang mit dem Abzug der 25.PD im Sommer 1989 in Abstimmung mit der Verwaltung der Sonderabteilungen des KfS (Abt. R) und den HA II/4 und HA III/14 des MfS in die 'Durchführung spezifischer Fahndungs- und politisch-operativer Bearbeitungsmaßnahmen zur Suche nach automatisch-elektronischen Aufklärungssystemen der GSSD' einbezogen. Die sowjetische Seite nahm als Bedrohungslage für die ausgewählten Objekte die Kriterien:
- Bedeutung ihrer Objekte hinsichtlich der Feststellung von Frühwarnzeichen
- die Lagerung strategischer Fachmunition (Mittel/Produkte besonderer Bestimmung)
- oft frequentierte Objekte durch die MVM [4]
Im Archiv der Heimatgalerie sind gesicherte Maßnahmen gegnerischer Dienste abgelegt:
- an der Bahnstrecke zwischen dem Militärflugplatz der GSSD bei Finowfurt und dem zugehörigen Munitionslager (ML) Biesenthal ("Kegel")
- am ML-14 (bei Krügersdorf), "Zentrales Munitionslager der Luftstreitkräfte der NVA". Hieraus wäre die Sicherstellung aller TT/E Kommando LSK/LV, Bewaffnung und Munition erfolgt ("Hamster 2")
- am Komplexlager (KL) 23 (bei Hirschfeld/Irfersgrün), "Mobilmachungslager einer Mot.-Schützen-Division"("Hamster 1")
- am Bombenabwurfplatz der Luftstreitkräfte der GSSD (bei Torgau/Puschwitz)("Zweig/Ast/Wetka")
Im November 1989 präsentierte die HA III auf einer öffentlichen Pressekonferenz in IPZ Berlin (Mohrenstraße) die Ergebnisse ihrer erfolgreichen Arbeit zur Kontrolle und Hebung der Sonde des Geheimdienstes der U.S. LaSK (INSCOM) aus der unmittelbaren Nähe des Objektes ML-14 bei Krügersdorf.[5]
(Quelle: https://www.cia.gov/library/; [1] BArch, MfS, ; [3] BArch, MfS, HA II, Nr. 30190, Bl. 44; BVfS Potsdam, Abt II 652, Bd. 20; BV Neubrandenburg, Abteilung II, Nr. 551; [4] BArch, MfS, HA II, Nr. 23402; [5] BArch, MfS, HA II, Nr. 22932; BArch, MfS, HA VIII, Nr. 1896, Bd. 1; BArch, MfS, HA II, 22580; BArch, MfS, HA II, Nr. 41098; BArch, MfS, HA II, Nr. 24399, Teil 2 von 2; FOIA, Washington D.C.; CIA-RDP82-00457R003700560010-3; CIA-RDP82-00457R005600230003-6; CIA-RDP82-00457R007200300004-2; CIA-RDP82-00457R006900150014-9; CIA-RDP82-00457R004100260009-3; https://www.archives.gov/)
Abzug 25. Panzerdivision
Abzug der 25. Panzerdivision
In Übereinstimmung mit dem Beschluss des ZK der KPdSU und des Ministerrates der UdSSR über die Verringerung der Stärke der Streitkräfte und der konventionellen Waffen wurde durch den Generalstab der Streitkräfte der UdSSR der Entschluss gefasst, im Sommer 1989 zwei Panzerdivisionen (die 32. PD Jüterbog und ab Mai 1989 die 25. PD Vogelsang), eine Fla-Ra Brigade, mehrere Luftlande- und Luftsturmabteilungen, chemische Abteilungen, mehrere Ausbildungseinheiten und andere Truppenteile vom Territorium der DDR abzuziehen sowie einige organisatorisch-strukturelle Veränderungen durchzuführen, um den reinen Verteidigungscharakter der Warschauer Vertragsstaaten zu unterstreichen bzw. zu bekräftigen. [1]
Dieser vom 05.08. bis 06.08.1988 auf der Tagung des Politisch Beratenden Ausschusses (PBA) der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages in Warschau getroffenen Beschluss und dessen Ergebnisse wurde E. Honecker durch den sowj. Botschafter Kotschemassow am 04.12.1988 mitgeteilt. Grundgedanke war, den sowjetischen Streitkräften einen stärkeren Verteidigungscharakter zu verleihen. Gleichzeitig erfolgte die Reduzierung der Armee und Seekriegsflotte um 1 Million Mann. Interessant ist hier, dass die sowjetische Seite ein Veto E. Honeckers befürchtete und dessen Einwand abwartete. Ob dieser Gewicht gehabt hätte sei dahingestellt. Immerhin sollte sich die Stärke der GSSD um 50.000 Mann und 5.000 Panzer reduzieren. E. Honecker stimmte den Vorschlägen zu und beurteilte diese Maßnahmen als wichtiges Signal im Abrüstungsprozeß. [7]
Bereits in seiner Rede auf der Festveranstaltung zum 30. Jahrestag der DDR am 06. Oktober 1979 hatte L. Breshnew das Angebot (siehe Bild 8) zur Reduzierung der Truppenstärke (20.000 Mann + 1.000 Pz) in der DDR der Weltöffentlichkeit kundgetan. Dieser Schritt traf dann u.a. auch die 25. Panzerdivision Vogelsang.
Die 25. Panzerdivision (PD) und die dazugehörigen sst. Truppenteile (wie z.B. die Truppenluftabwehr) waren auch Teil des Kontingents und wurden in die UdSSR zurückverlegt und dort teilweise aufgelöst.
Generalmajor Iwanow bat zusätzlich in seinem Schreiben vom 28. Februar 1989 um eine Organisierung des rechtzeitigen Informationsaustausches über aufgedeckte Aufklärungsabsichten des Gegners, die Konzentrierung der Kontrollen von Personen die wegen Spionagetätigkeit im Blickfeld der Militärabwehr der Gruppe (KfS, GRU) und des MfS (HA II) lagen, um die Ausarbeitung eines Maßnahmenkomplexes zur Aufdeckung und Verhinderung möglicher Aufklärungstätigkeiten durch den Gegner und um die Verhinderung möglicher Provokationen antisozialistischer Elemente im Zuge der Übergabe der von der GSSD freigezogenen Objekte.
In die Sicherungsmaßnahmen waren mehrere Diensteinheiten des MfS und der sowjetischen Militärabwehr (Operativgruppen) involviert:
HA I (u.a. Abwehrarbeit in den Führungsorganen), der HA II (Spionageabwehr), HA III (u.a. ELOKA, Funkelektronische Abwehr/Funkaufklärung) und HA XIX (u.a. Absicherung Militärverkehr bei der Deutschen Reichsbahn). Die Erläuterung der einzelnen Maßnahmen bzw. Aufgabenbereiche sind im Artikel "Militärspionage & Abwehr" nachzulesen. Deren Sicherungsmaßnahmen sind im Zuge ihrer Aufgaben umfangreich dokumentiert und in den Beständen der BStU erhalten geblieben. Für den Standort Vogelsang ist die "Operativgruppe Vogelsang und Fürstenberg" ausgewiesen.
Einzelheiten der Rückführung
Die Rückführung der Ketten- und Rädertechnik erfolgte aus der Garnison Vogelsang in 3 Etappen. Die Rückführungstransporte der Ketten- und Rädertechnik, der Munition (Munitionstransporte unterlagen besonderen Normativen gemäß des MTW, u.a. ein Zug pro Tag), des Personalbestandes, sowie weiterer Technik unterschiedlicher sst. Truppenteile der 25. Panzerdivision (PD), erfolgte in den Zeiträumen 16.04. - 09.06.1989 (27.03. - 26.08.) mit ca. 25 (48) Eisenbahntransporten über die Verladebahnhöfe Vogelsang und Prenzlau und schließlich über die Grenzübergangsbahnhöfe Grambow und Frankfurt/Oder. Im Landmarsch führte die Route über die Autobahn-Grenzübergangsstelle FORST. [6]
In der 2. Etappe wurden für die Rückführungstransporte der Ketten- und Rädertechnik der 25. PD im Zeitraum vom 11.05. - 02.06.1989 am Bahnhof Vogelsang 150 schwere Flachwagen (SSamm, Samm [<18 m], SSyms, Salp, RRamm [>80 t], Rmms, Rlmmp) auf den Nebengleisen zur Nutzung bereitgestellt.
Die offizielle Verabschiedung der 25. PD, erfolgte am 12. Mai 1989 auf dem Bahnhof Prenzlau. [3] Die Organisatorischen Absprachen zur praktischen Umsetzung der Rückführungsaufgaben fanden in den vorangegangenen Monaten zwischen dem Leiter "Spezielle Transport- und Bauaufgaben" (STBA) und dem Chef Militärtransportwesen (MTW) der GSSD statt. Darin wurde das Volumen der Transporte prognostiziert.
Das MTW der DDR schätzte im Schreiben vom 07.02.1989 den Gesamtbedarf der Eisenbahntransportkapazität für die Rückführung einer Panzerdivision auf 5.000 Waggon, die insgesamt ca. 160 Züge bilden würden. Offensichtlich war der geschätzte Umfang des MTW allein mit Hilfe der Reichsbahn auf den Schienenwegen bis Brest nicht zu realisieren (u.a. lange Laufzeiten der Waggon, Leerfahrten), weshalb der Leiter der STBA die Hochseeschifffahrt und die Eisenbahnfähre Mukran als weitere Option in Betracht zog. [3]
Dieser Vorschlag wurde aber Ende März 1989 in einem Schreiben des Ministers für Nationale Verteidigung (H. Keßler) an Genossen E. Krenz wieder verworfen. In einem Schreiben des Leiters der HA I an den Stellvertreter des Ministers vom 27. April 1989 wurde die reale Anzahl der geplanten Züge für die 3 Etappen der Rückführung auf 199 beziffert. In einer Information der HA XIX vom 03. Juli 1989 sind bis zum 02. Juli 1989 insgesamt 82 Züge abgefahren worden.
Da die Transportbewegungen der 3. Etappe der Rückführung in den Monaten Juli und August 1989 genau in die Ferienzeit (Kinderferienlager, Ferienaustausch DDR/Polen) fielen, beantragte der Minister für Verkehrswesen der DDR beim Generalsekretär E. Honecker einen Aufschub der Transporte ab der zweiten Augusthälfte. Dieser Bitte wurde durch die sowjetische Seite stattgegeben.
Übersicht der Rückführungstransporte von den Bahnhöfen Vogelsang und Prenzlau
Ein Transport bestand durchschnittlich aus 10-20 schweren Plattenwagen sowie 1-6 Mannschafts- und 1-3 geschlossenen Waggon.
16.04. und 22.04.1989: je 1 Zug (26 Waggon) Munitionstransport über Frankfurt/Oder, ein weiterer Munitionstransport aus Vogelsang am 17.10.1989 [4]
12.05. - 09.06.1989: 24 Züge vom Abgangsbahnhof Vogelsang und 19 Züge aus Prenzlau. [4]
23.08.: 1 Zug aus Vogelsang über den Grenzübergangsbahnhof Grambow
Im Landmarsch
20.05. - 22.06.1989 - Acht Kolonnen mit insgesamt 700 Fahrzeugen über AGüst FORST [6]
Damit war zum Ende Juni 1989 der Abzug der TT/E der 25. PD aus der Garnison Vogelsang im wesentlichen abgeschlossen. Es kann nicht ausgeschlossen werden das in der Folgezeit noch vereinzelte Bahn- und/oder Straßentransporte mit Material, Hausstand und/oder Technik im Zuge der Rückführung die Garnison verlassen haben die in keiner Liste vermerkt wurden, weil deren Zweck als solche nicht gemeldet wurden.
Gesamtübersicht der Truppenverbände, ihrer Standorte, die Verladebahnhöfe und die Anzahl der Züge
Parallel zur Truppenrückführung verlief zudem eine ganze Reihe Umdislozierungen von Militäreinheiten. Für den Standort Vogelsang sind 2 Umdislozierungen vermerkt. In das freigezogenen Objekt des sst. Pionierbataillons wurde eine Kompanie der chemischen Abwehr aus Bernau verlegt. Das Freigewordenen Gelände der Panzerdivision wurde mit einer sst. Kompanie ZBV aus Prenzlau belegt. Ein anderes FlaRakRgt trifft aus der UdSSR ein und das Mot.-Sch.-Rgt Drögen wird nach Vogelsang verlegt. [5]
Liste der abgezogenen Verbände, Truppenteile und Einheiten vom Standort Vogelsang: [5]
FlugabwehrRaketenRegiment, Pionier Batallion, Nachrichten Batallion, Aufklärungsbatallion, Batallion materielle Sicherstellung, Batallion Chemische Abwehr, Sanitärbatallion, Instandsetzungsbatallion
Mit dem Abzug der 25. Panzerdivision und dessen Stab "verlor" der Standort Vogelsang seinen Status und Charakter als "Divisionsstandort". Ab dieser Zeit erfolgten vermehrt Umdislozierungen verschiedener Einheiten und Truppenteile von und nach Vogelsang. Weshalb eine Bestimmung der TT und Einheiten (und Anzahl der Militärangehörigen vor Ort) äussert schwierig macht. (Quellen:
[1] BArch, MfS, HAII, Nr. 30189; [3] BArch, MfS, HAXIX, Nr. 8698; [4] BArch, MfS, HAII, Nr. 22588;
[5] BArch, MfS, HAII, Nr. 24399; [6] BArch, MfS, HAI, Nr. 234; [7]
BArch, BA-MA, VA-01/32663; Zeitungsberichte: 1) BArch, MfS, HAII, Nr. 47513, 2) Der Spiegel 34/1989, 3-6) Privatarchiv Hr. G. St.
Stand: 22.04.2024
Abkürzungen S - Z
Abkürzungen der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen, des Ministerium für Staatssicherheit, der Deutschen Volkspolizei und anderer staatlicher Organe der DDR, wie zb Deutsche Post ...
Abkürzungen M - R
Abkürzungen der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen, des Ministerium für Staatssicherheit, der Deutschen Volkspolizei und anderer staatlicher Organe der DDR, wie zb Deutsche Post ...
Прошлое гарнизона Фогельзанг
Вблизи местечка Фогельзанг находился один из самых больших и важнейших гарнизонов ГСВГ. Мне хотелось бы попытаться разъяснить назначение и дать оценку этому объекту. Часто бывает, что новые документы дают новые результаты, поэтому эта статья будет дополняться и возможно заново переписываться.
Я хотел бы обратить внимание на проект «Ленин в Фогельзанге», который занимается непосредственно темой бывшего гарнизона.
Lenin in Vogelsang via YouTube
В гарнизоне Фогельзанг были военные городки:
№ 01: Склад горю́чего (ГСМ, Курчлаг)
№ 12: тд, тп, МСБ, МСП, обс, бхз
№ 12 A: ПВО (св)
№ 12 B: ?
№ 12 C: ?
№ 12 D: ?
№ 13: ПРТБ
№ 14: Склад боеприпа́сов
№ 15: Склад горю́чего (ГСМ)
№ 16: Склад продово́льствениый
№ 17: ОУС 721
№ 39: Склад боеприпа́сов 20 гв ОА/саб тд
По имеющимся данным состоял 12 военный городок примерно из 300 зданий. Из них назначение 189 объектов выяснено. К перечисленным не только здания тд/тп относятся, но и здания ПВО (B), бс, химйческой защйты, инженерные войска
В 1952 году началось строительство «Военного городка №12» и были построены первые 6 - 9 зданий. С 1953 года велось его постоянное расширение. К 1956 году 117 зданий из 320 были готовы .Почему было построено, огромное количество объектов, всего за несколько лет, остаётся для меня загадкой. Известно лишь, что дальнейшие преобразования и переделки зданий производились по причине структурных измений военных подразделений или их переводов в другие районы (Например воен.городок №13)
В конце 60-х - начале 70-х был, предположительно, район бункера, что в 13 городке стали расстраивать, чтобы отдать его в распоряжение прибывшего сюда дивизионного ПРТБ. За проектирование и застройку большого количества зданий гарнизона было ответственно «спецбюро Фюрстенберг», позднее преименованное в «спецбау». Отдельные здания возводились силами военных строителей.
Территория занимаемая гарнизоном составляла примерно 58 кв.км. Структурные особенности гарнизона указывают на то, что акцент был сделан на «самообеспечение».
Множество раз объекты здесь расширялись.
Здесь находились, или еще находятся: Клуб, спортзал, сауна, школа, пекарня, прачечная, рем.мастерские, спортплац, котельная, очистные сооружения, больница, штаб.
Чтобы обеспечить потребности гарнизона, были проложены жел-дорожные пути от вокзала Фогельзанга до гарнизонных складов. Предположительно, находилось здесь 12 тыс военных - Объект был третье самых больших в ГДР по многочисленности гарнизон после Вюнсдорфа и Ютербог.
Для определения размеров гарнизона и лучшего ориентирования на местности мне были предоставлены, господином Рентш, оригинальные планы 12-го и 13-го военных городков.
До выхода в 1994 находились здесь следующие части - список неполный:
в/ч пп 11818 1369 Склад ГСМ
в/ч пп 25497 519 отд. батальон химзащиты защйты (ОБХЗ) 25 тд
в/ч пп 34810 53-го РДC орб 25-й тд (Пренцлау??)
в/ч пп 34844 196 отд. инженерно-сапёрный батальон 25 тд
в/ч пп 34939 459 отд. батальон связи/бс 25 тд (позывной: пешка)
в/ч пп 39223 - - -
в/ч пп 45487 897 обс 132 брс
в/ч пп 47389 232 отд. Мед. батальон и. Мед. Пункт (Омедб)
в/ч пп 47448 803-гв Вапнярско-Берлинский ОС БХ мсп (мотострелковый полк)
в/ч пп 00000 000. мсб-тп 25 тд
в/ч пп 55543 665 ордн 25 тд
в/ч пп 58763 447 Зенитно-ракетный полк (ПВО), 1985-1989 (позывной: кальцекс)
в/ч пп 60372 687 оаб 25 тд
в/ч пп 60671 162 Новоград-Волынский КЗ ОКтп 25 тд
в/ч пп 61000 Штаб 25 КЗ тд (Краснознаменная Новоград-Волынская дивизия, позывной: биточек)
в/ч пп 61100 - - -
в/ч пп 00000 6 оБрС (РГH) Франкфурт н. Одере
в/ч пп 00000 1782 отд. бс 132. отд. брс
в/ч пп 00000 1158 отд. зрп
в/ч пп 00000 отд. ремонтно восстановительный батальон
в/ч пп 00000 1702-й зенитный артиллерийский Новоград-Волынский Краснознаменный полк (отд. зрп, 25 тк)
в/ч пп 92189 69 орвб 25 тд
в/ч пп 95843 305 овэ
Здесь же находился опорный узел связи 721 не относящийся к 25 танковой дивизии, которая имела свой 459 узел связи. Время постройки 1971-1975. Выполнено 56 спец. бригадой.
Этот узел отвечал за наземную кабельную сеть ГСВГ. 1975-1983 6. оБрС (РГК) Франкфурт н. Одере), 1982-1990 897. отд. бс (132. брс. недалеко от нем.Город Тройенбритцен), 1990 1782. отд. бс 132. отд. брс (недалеко от маленькой деревни Линов).
С апреля до сентября 1959 года в юго-западной части 13-го городка была Р-5м размещена. В казарме № 2 находится защищенные арочные Укрытие
бункер-склад и рядом в лесу одна полевая позиция, другую я пока не нашел.
С 1960 года предусматривалось развертывание ракет средней дальности Р-12 - усовершенствованная Р-5м. Это стационирование не было закончено так как новая разработка Р-14, с большей дальностью, сделала это стационирование на западной границе излишней. Позиция, которая находится недалеко в лесу для ракеты, была построена только частично.
На каждой позиции было 12 автомобилей и примерно 20 человек обслуживающего персонала.
Хранение Р-5м/8K51
Южная часть 13 городка после вывода Р-5м, большей частью, а также двумя бункерами-хранилищами, использовалась ПРТБ и 72 инженерной бригадой, правда с какой целью мне пока неизвестно.
К постройке: Когда и как хранилище расширялось пока еще окончательно не определено. В одном из хранилищ находилась рампа для грузовиков. Оба хранилища были оснащены кранами, на каждом по две лебёдки. Входы в хранилища открывались только с внутренней стороны и прикрывались маскировочными сетями. Все это было обнесено по периметру стеной, исключавшей возможность что-то увидеть с внешней стороны. Также стена отделяла хранилища от остальной территории.Вход сюда был строго ограничен. Защита объекта предусматривала вышки наблюдения и оборонительные сооружения.
Внутри, хранилища разделялись на 3 части. В дальней части бункера находилось техническая и управленческая часть этого объекта. Где и как происходили монтаж и хранение Р-5м точного ответа пока нет. Имело ли для системы Р-5м качество воздуха и постоянная температура значение - неизвестно, так как гарантировать эти параметры бункеры не могли.
Причиной возведения объекта, навряд ли послужили тогдашние угрозы Хрущева. Для развертывания системы было наверняка другое основание, а реализованы эти планы были вовсе не в спешке - на скорую руку, как это может на первый взгляд показаться.
Если кто-то располагает снимками этих бункеров времен ГСВГ, был бы очень рад разместить их в данной теме.
Militärgeogr. Auskunftsdok. WKSp
Militärgeographisches Auskunftsdokument über den Westlichen Kriegsschauplatz (Anm. Autor, wKSp/geogr. Raum) - Hauptstab der Nationalen Volksarmee ...
Arthur D. Nicholson | Philippe Mariotti
Über den tragischen und unnötigen Tod von Major Arthur D. Nicholson (USMLM) und l'adjudant-chef Philippe Mariotti (MMFL)




