ÜZ Templin - Bruecke 4
Der Übergang über das Templiner Wasser, von der Garnison Vogelsang zum Ausbildungs- und Übungszentrum Templin (Militärobjekt Nr. 39) - Brücke 4 (53.06724857329067, 13.376817730203248)
Wir bedanken uns herzlich beim Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft e.V. für die Einwilligung zur Nutzung der Bilder aus 1992
Wenn ein Fluss, in diesem Fall die Havel, das Gelände einer Garnison vom Polygon trennt stellt sich unweigerlich die Frage zum forcieren dieses Gewässers um das Ausbildungs- und Übungszentrum (ÜZ Templin) zu erreichen. Hierzu gab es zum forcieren die Varianten an seichten oder schmalen Stellen mittels 'Panzerplatten' die Durchfahrt am Grund zu präparieren. Damit galt dieser Weg gleichzeitig als Ausbildungspark zum forcieren von Flüssen ohne Tauchfahrt.
Die andere Möglichkeit war in Truppeneigenleistung große Brücken zu errichten. Alle Brücken zum ÜZ Templin wurden wahrscheinlich in Truppeneigenleistung errichtet. Dies lassen zumindest die vorliegenden Bilder vermuten. Ob und in welcher Art und Weise die Brücken im Laufe ihrer Nutzung doch durch DDR-Firmen periodisch gewartet und/oder zumindest ihr Zustand kontrolliert wurde ist nicht abschließend geklärt. Da die Wasserstraße 'Havel' öffentlich zugänglich war, dürfte das Wasserstraßenamt (WSA) Zehdenick kein Interesse an einer desolaten Brücke oder einem Einsturz mit Fahrzeuge gehabt haben. Schon aus Umweltaspekte war eine regelmäßige Kontrolle durch das WSA sicherlich obligatorisch.
Wir gehen davon aus das bei der Errichtung und Ausfertigung der Brücken die zu erwartenden Traglast der in dem Zeitraum genutzten Technik entsprochen wurde. Die Beanspruchung muss, mit Blick auf die Lauf- und Fahrflächen, enorm gewesen sein. Gleichzeitig ist zu erkennen das jeder Mangel umgehend repariert wurde. Wenn auch mit dem was gerade greifbar war. Leider liegen zu den Brücken keine belastbaren Bauzeiträume vor. Verbindliche Technische und Verkehrsrelevante Daten (Durchfahrtshöhe, Traglast, lichte Höhe usw.) sind uns nicht überliefert. Selbiges gilt für Zustand und Ausfertigung. Wir haben die Brücken von Nord nach Süd nummeriert.
Sichtbarkeit anhand Luftbilder:
1953: Brücken 2, 3, 5. Brücke 1 ist auf dem vorliegenden Ausschnitt nicht sichtbar.
1965: Brücken 1, 2, 3, 4, 5
1991: Brücken 1, 2, 3, 4, 5
Die Aufarbeitung und Dokumentation zur Darstellung der Situation an den Brücken wurde unterstützt von Hr. Wuttke (Templin). Herzlichen Dank dafür.
Die Brücke 4 lag im Templiner Wasser, kurz vor dem Abzweig zum Schulzenfließ, bei km 2,15 [1]. Angaben zu Durchfahrtshöhe und Durchfahrtsbreite liegen nicht vor. Nach Wasserstraßenkarte Nagel (Ausgabe 1995) 1995 noch vorhanden. Nach Augenzeugen vermutlich um 1996 rückgebaut. Anfragen hierzu an das WSA sind bereits gestellt. Diverse Karten (Lage im roten Kreis) zeigen die Lage der Brücke ("Karte der Passierbarkeit...1979", "Karte der Transportwege...1983", "Karte der Marschstraßen 1987", "Topo. Karte 1987", Karte "zu inoffiziell genutzte Objekte der WGS 1983", sowie die Karte "Generalstab 1983" [schraffiert]) an.
Interessanterweise zeigen die Karten "Wasserwanderkarte 1987", sowie die Karte aus dem Übergabeprotokoll des BVA zum ÜZ Templin ("Темплинский УЦ") diese Brücke nicht an. Hier wo man es als Nutzer der Karten eigentlich erwarten könnte. Auf den Karten "Topo. Karte 1954" und Karte "Generalstab 1979" fehlt sie ebenfalls. Demzufolge nehmen wir den ersten uns vorliegenden Bildbeweis als Datierung für den Bauzeitraum für Brücke 4 (Luftbild 1965). Karte "Generalstab" zeigt 'Ausgabe', nicht 'Stand'. Heute (Stand: 04/2026) sind die Widerlager der Brücke u. die Zufahrt zu selbigen aus der Richtung Garnison in der Landschaft für das ungeübte Auge nicht mehr erkennbar. Demzufolge gibt es auch keine Reste oder erkennbare bauliche Merkmale. Die Fotos mit der erkennbaren Brückenlücke sind aus 2009.
Grob über Google Maps gemessen beträgt die Distanz von Ufer zu Ufer ca. 28 m. Die Gesamtbreite dürfte wesentlich größer ausgefallen sein. Bei dieser Brücke handelt es sich um eine reine Holzkonstruktion. Als Werkstoffe wurden nur massive Rundhölzer und Planken verwendet. Dementsprechend überrascht der Zustand der Fahrbahn keineswegs. Zu dieser Brücke existiert ein Foto der Fahrspuren. Auf dem Bild ist zu sehen das die Fahrspur 1992 wohl noch mit allen erdenklichen Varianten Instandgesetzt wurde. Selbst Rundhölzer musste als Material dienen. Egal, Hauptsache es hält. Wir gehen davon aus das diese Brückenkonstruktion in Truppeneigenleistung errichtet und 'gewartet' wurde. Sollte es hierzu belastbare Informationen geben, sind wir für jeden Hinweis dankbar.
(Quellen: [1] Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel; [Reihenfolge Bilder] OSM; Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft
e.V.; Hr. Wuttke (Templin); Bildsammelstelle
Landesgeobasis Potsdam, 1953007_7_201; USGS Earth Explorer 1965; Bildsammelstelle
Landesgeobasis Potsdam, 1991014_3_335; BArch KART 1002/Storkow (1954);
Generalnoj Stab; BArch KART 1004/5478; BArch KART 1004/4690; BArch KART
1004/5486; BArch KART 1002/Hammelspring (1987); BArch BW-55-304; BArch,
MfS, Kartensammlung-8-Seite-0025; BArch BW-55-223; Wasserwanderkarte
1987/Karte 29)