ÜZ Templin - Bruecke 3
Der Übergang über das Templiner Wasser, von der Garnison Vogelsang zum Ausbildungs- und Übungszentrum Templin (Militärobjekt Nr. 39) - Brücke 3 (53.07771563708905, 13.369982033275168)
Wir bedanken uns herzlich beim Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft e.V. für die Einwilligung zur Nutzung der Bilder aus 1992
Wenn ein Fluss, in diesem Fall die Havel, das Gelände einer Garnison vom Polygon trennt stellt sich unweigerlich die Frage zum forcieren dieses Gewässers um das Ausbildungs- und Übungszentrum (ÜZ Templin) zu erreichen. Hierzu gab es zum forcieren die Varianten an seichten oder schmalen Stellen mittels 'Panzerplatten' die Durchfahrt am Grund zu präparieren. Damit galt dieser Weg gleichzeitig als Ausbildungspark zum forcieren von Flüssen ohne Tauchfahrt.
Die andere Möglichkeit war in Truppeneigenleistung große Brücken zu errichten. Alle Brücken zum ÜZ Templin wurden wahrscheinlich in Truppeneigenleistung errichtet. Dies lassen zumindest die vorliegenden Bilder vermuten. Ob und in welcher Art und Weise die Brücken im Laufe ihrer Nutzung doch durch DDR-Firmen periodisch gewartet und/oder zumindest ihr Zustand kontrolliert wurde ist nicht abschließend geklärt. Da die Wasserstraße 'Havel' öffentlich zugänglich war, dürfte das Wasserstraßenamt (WSA) Zehdenick kein Interesse an einer desolaten Brücke oder einem Einsturz mit Fahrzeuge gehabt haben. Schon aus Umweltaspekte war eine regelmäßige Kontrolle durch das WSA sicherlich obligatorisch.
Wir gehen davon aus das bei der Errichtung und Ausfertigung der Brücken die zu erwartenden Traglast der in dem Zeitraum genutzten Technik entsprochen wurde. Die Beanspruchung muss, mit Blick auf die Lauf- und Fahrflächen, enorm gewesen sein. Gleichzeitig ist zu erkennen das jeder Mangel umgehend repariert wurde. Wenn auch mit dem was gerade greifbar war. Leider liegen zu den Brücken keine belastbaren Bauzeiträume vor. Verbindliche Technische und Verkehrsrelevante Daten (Durchfahrtshöhe, Traglast, lichte Höhe usw.) sind uns nicht überliefert. Selbiges gilt für Zustand und Ausfertigung. Wir haben die Brücken von Nord nach Süd nummeriert.
Sichtbarkeit anhand Luftbilder:
1953: Brücken 2, 3, 5. Brücke 1 ist auf dem vorliegenden Ausschnitt nicht sichtbar.
1965: Brücken 1, 2, 3, 4, 5
1991: Brücken 1, 2, 3, 4, 5
Die Aufarbeitung und Dokumentation zur Darstellung der Situation an den Brücken wurde unterstützt von Hr. Wuttke (Templin). Herzlichen Dank dafür.
Die Brücke 3 lag am Templiner Wasser, der Verbindung zwischen Havel und Großer Kuhwall See. Etwa 300m vom Havelabzweig bei km 0,3 [1]. Durchfahrtshöhe 4,80 m und Durchfahrtsbreite 7,00 m (Sportsschifffahrtskarte, Ausgabe 1992). Gemäß Wasserstraßenkarte Nagel (Ausgabe 1995) wurde die Brücke 1995 entfernt. Diverse Karten (Lage im roten Kreis) zeigen die Lage der Brücke ("Topo. Karte 1954", Karte "Generalstab 1979", "Karte der Passierbarkeit...1979", "Karte der Transportwege...1983", "Topo. Karte 1987", Karte "zu inoffiziell genutzte Objekte der WGS 1983, sowie die Karte "Generalstab 1983") an. Auch die Luftbilder sind sehr aufschlussreich. So zeigt das Luftbild von 1953 auf das die Brücke zentral von einem Art Ponton stabil gehalten scheint. In späteren Jahren war dieser Unterbau wohl auf Grund einer Konstruktionsänderung obsolet geworden. Auf dem LB 1991 ist neben der Brücke noch eine zusätzliche Furt zum forcieren erkennbar. Deutlich ist auch der Verschleiß der Fahrbahn sichtbar. Siehe auch Foto Nr. 3. Heute (Stand: 04/2026) sind die Widerlager der Brücke u. die Zufahrt zu selbigen aus der Richtung Garnison noch gut in der Landschaft erkennbar. Reste oder erkennbare bauliche Merkmale jedoch nicht. Die linker Seite verlaufende Durchfahrt zeichnet sich nicht mehr ab.
Interessanterweise zeigen die Karten "Wasserwanderkarte 1987", die "Karte der Marschstraßen 1987" sowie die Karte aus dem Übergabeprotokoll des BVA zum ÜZ Templin ("Темплинский УЦ") diese Brücke nicht an. Hier wo man es als Nutzer der Karten/Wege eigentlich erwarten könnte.
Grob über Google Maps gemessen beträgt die Distanz von Ufer zu Ufer ca. 30 m. Die Gesamtbreite dürfte wesentlich größer ausgefallen sein. Als Werkstoffe sind zwei geteilte Rahmenkonstruktionen aus Stahl sichtbar. Im zentralen Bereich ist die Rahmenkonstruktion unterbrochen. Lediglich für die Fahrspur wurde mit Holzbohlen eine Verbindung realisiert. Der komplette Unterbau ist wieder durch große Rundhölzer/Holzbohlen abgestützt. Zu dieser Brücke existiert auch ein Foto der Fahrspuren. Auf dem Bild ist jedoch auch zu sehen das der rechte Teil der Fahrspur im Jahr 1992 keine Reparatur mehr erhielt. Die aufgelegten Lochplatten sorgten für mehr Stabilität und sollten den Bretterbeschlag schonen. Wer die Stahlkonstruktion geliefert hatte und ggf. auf den Unterbau gesetzt hat ist abschließend nicht zu klären gewesen. Sollte es hierzu belastbare Informationen geben, sind wir für jeden Hinweis dankbar.
(Quellen: [1] Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel; [Reihenfolge Bilder] OSM; Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft
e.V.; Hr. Wuttke (Templin); USGS Earth Explorer 1965; Bildsammelstelle
Landesgeobasis Potsdam, 1991014_3_335; BArch KART 1002/Mildenberg (1954);
Generalnoj Stab; BArch KART 1004/5478; BArch KART 1004/4690; BArch KART
1004/5486; BArch KART 1002/Mildenberg (1987); BArch BW-55-304; BArch, MfS, Kartensammlung-8-Seite-0025; BArch BW-55-223; Wasserwanderkarte 1987/Karte 29; Bildsammelstelle
Landesgeobasis Potsdam, 1953007_7_201)